Geringfügig arbeiten im Studium: Pensionszeiten sammeln

Mona HopfingerMona Hopfinger
Studierende mit Rucksack und Abschluss-Hut am Schreibtisch mit Laptop, Geld und Sanduhr
© Mit KI (Gemini) generiert

Rund 400.000 Studierende in Österreich arbeiten neben dem Studium oft geringfügig. Die Arbeiterkammer rät, bereits jetzt an die Pension zu denken und Versicherungszeiten zu sammeln – besonders Frauen profitieren davon.

Mit dem Start des Wintersemesters Anfang Oktober an Universitäten und pädagogischen Hochschulen beginnt für viele der etwa 400.000 Studierenden in Österreich wieder der Alltag zwischen Hörsaal und Nebenjob. Viele von ihnen sind Teilzeit oder geringfügig beschäftigt. Die Arbeiterkammer empfiehlt, trotz des noch langen Wegs bis zur Pension bereits jetzt an Versicherungszeiten zu denken.

Brigitte Ohr-Kapral, Expertin der AK, widerspricht dem hartnäckigen Gerücht, dass künftige Generationen keine Pension mehr erhalten werden. „Das Gerücht hat sich in den letzten Jahrzehnten einfach als falsch erwiesen“, betont sie. Je früher Versicherungszeiten erworben werden, desto vorteilhafter sei das – insbesondere für Frauen, die nachweislich häufiger Versicherungslücken aufweisen als Männer.

Vollversicherung ab 551,10 Euro

Die beste Absicherung erhalten Studierende, wenn sie oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro arbeiten. In diesem Fall sind sie vollversichert: Die Sozialversicherung wird automatisch abgezogen, und die Beschäftigten sind in der Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung erfasst. Gerade die Arbeitslosenversicherung sei in der aktuellen Zeit auch für Studierende existenzsichernd, so Ohr-Kapral.

Selbstversicherung bei geringfügiger Beschäftigung

Wer nur geringfügig arbeitet, ist lediglich über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, die der Arbeitgeber trägt. Die AK empfiehlt in diesem Fall, einen Antrag auf Selbstversicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung bei der ÖGK zu stellen. Diese kostet im Jahr 2026 monatlich 83,49 Euro.

Dieser Betrag erscheine zwar hoch, sei aber eine Investition in die Zukunft, argumentiert die AK-Juristin. Der nachträgliche Kauf von Versicherungsmonaten sei deutlich teurer: Ein Schul-, Studien- oder Ausbildungsmonat koste 2026 bereits 1.580,04 Euro – Tendenz steigend. Die Selbstversicherung während des Studiums sei daher die günstigere Alternative.

Ausnahmen von der Selbstversicherung

Nicht alle Studierenden müssen sich selbst versichern. Wer ein Pflegestipendium erhält oder eine Pflegeausbildung im Burgenland im Rahmen einer Anstellung absolviert, ist bereits kranken- und pensionsversichert.

Auch junge Eltern in Elternkarenz, die ein zweites geringfügiges Dienstverhältnis ausüben, benötigen keine zusätzliche Pensionsversicherung. Sie erhalten Kindererziehungszeiten für die Pension und sind über das Kinderbetreuungsgeld krankenversichert.

Arbeitslose, die unter Ausnahmeregelungen fallen – etwa ältere Menschen oder Personen mit Behinderung – und geringfügig dazuverdienen dürfen, sind bereits über das AMS versichert und müssen sich ebenfalls nicht selbst versichern.

Quelle: https://bgld.arbeiterkammer.at/service/presse/Studium-und-Pensionsmonate-Geht-das-ueberhaupt-.html

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