Gertrude Aubauer wird 75: Vom ORF ins Parlament

Mathias FischerMathias Fischer
Elisabeth Köstinger, Politikerin, im Porträt vor weißem Hintergrund mit blauem Blazer und Halstuch.
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Die frühere ORF-Moderatorin und ÖVP-Abgeordnete Gertrude Aubauer feiert am Montag, 13. Juli, ihren 75. Geburtstag. Sie prägte jahrzehntelang die politische Berichterstattung und wechselte später selbst in die Politik.

Gertrude Aubauer kennt das Parlament aus zwei Perspektiven: Als Journalistin berichtete sie über die Politik, als Abgeordnete gestaltete sie diese mit. Viele Jahre ihres Berufslebens verbrachte sie im und um das Hohe Haus. Als Politikerin verstand sie sich als Vertreterin älterer Menschen, eine Rolle, die sie auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Nationalrat als stellvertretende Vorsitzende des Österreichischen Seniorenbunds weiterführte.

Von der Volkswirtschaft zum ORF

Die 1951 in Wien geborene Aubauer verbrachte ihre Kindheit in Niederösterreich. Nach einem Studium der Volkswirtschaft in der Bundeshauptstadt begann sie 1975 ihre Karriere beim ORF. Zunächst arbeitete sie im aktuellen Dienst beim Radio, ab 1980 dann als Redakteurin für Innenpolitik bei der "ZiB". 1986 wurde sie zur Moderatorin der "ZiB1" befördert und erlangte dadurch große Bekanntheit.

1995 übernahm sie die Moderation der wöchentlichen Sendung "Hohes Haus" in der Parlamentsredaktion des ORF. Ihr Wissen über das Parlament teilte sie parallel in einer Kolumne in der "Kronen Zeitung" mit dem Titel "Hohes Haus von innen". 2001 veröffentlichte sie das Buch "Possen, Pannen, Pointen", in dem sie Einblicke hinter die Kulissen gewährte. Drei Jahre später folgte "Menschen, Masken und Marotten", eine Sammlung heiterer Momente aus 50 Jahren ORF-Geschichte.

Parteiwechsel und Einstieg in die Politik

Während ihrer Zeit als ORF-Journalistin in den 80er- und 90er-Jahren war Aubauer Mitglied der SPÖ. 2006 präsentierte sie die ÖVP jedoch als Quereinsteigerin. Sie habe lange das politische Geschehen beobachtet, nun sei die Zeit gekommen, sich politisch einzubringen, erklärte sie damals. Sie bezeichnete sich als "echte Christlich-Soziale", die aber auch schon FPÖ und SPÖ gewählt habe.

Ihr Anliegen war es, die positiven Aspekte der zweiten Lebenshälfte zu betonen. "Nicht Anti-Aging, sondern Pro-Aging", lautete ihr Motto. Sie setzte sich etwa gegen winzige Schrift auf Medikamentenbeipackzetteln oder Handyverträgen ein.

Elf Jahre als Abgeordnete

Aubauer schaffte den Einzug ins Parlament und wechselte von der ORF-Kabine am Balkon auf die Abgeordnetenbank im Plenum. Bis Ende 2017 saß sie rund elf Jahre im Nationalrat. Dort fungierte sie unter anderem als Seniorensprecherin der ÖVP und als Vorsitzende der parlamentarischen Enquetekommission "Würde am Ende des Lebens". In dieser Funktion forderte sie mehr finanzielle Mittel für den Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich. Im Jahr ihres Ausscheidens aus dem Parlament erhielt sie das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Rückzug aus ORF-Gremien

2025 entsandte die Bundesregierung Aubauer auf Vorschlag einer repräsentativen Einrichtung für den Bereich "Ältere Menschen" in den ORF-Publikumsrat. Von dort wurde sie auch in den ORF-Stiftungsrat gewählt. Kurz darauf zog sie sich jedoch wegen des Verdachts der Unvereinbarkeit aus beiden Gremien zurück. Sie war zu diesem Zeitpunkt nicht nur stellvertretende Vorsitzende des Vereins Österreichischer Seniorenbund, sondern auch stellvertretende Obfrau der ÖVP-Senioren, einer Teilorganisation der Partei. Personen mit politischen Funktionen dürfen nicht in ORF-Gremien vertreten sein.

Quelle: APA

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