Gesamtes Team der Interventionellen Radiologie gekündigt

Mona HopfingerMona Hopfinger
Notfallversorgung Klagenfurt: Röntgenbildgebung, drei Ärzte im Gang, zerbrochene Uhr
© Mit KI (Gemini) generiert

Am Klinikum Klagenfurt hat das komplette Team der Interventionellen Radiologie im Sommer die Kündigung eingereicht. Die FPÖ spricht von einem gesundheitspolitischen Skandal und macht das KABEG-Management sowie die SPÖ-Gesundheitsreferentin dafür verantwortlich.

Diesen Sommer hat das gesamte Team der Interventionellen Radiologie am Klinikum Klagenfurt seinen Job gekündigt. Die Abteilung ist vor allem in der Notfallversorgung von zentraler Bedeutung, da die Spezialisten minimal-invasive Eingriffe vornehmen können, um etwa lebensbedrohliche innere Blutungen zu stoppen oder Blutgerinnsel zu entfernen, die unter anderem zu einem Hirnschlag führen können. Ohne diese Experten sei eine Akutbehandlung nach neuesten medizinischen Erkenntnissen kaum möglich.

Im Landtagsausschuss wurden Vertreter des KABEG-Managements sowie der leitende Oberarzt der Interventionellen Radiologie, Dr. De Paoli, zu einem Kontaktgespräch eingeladen, um die Situation zu klären.

Fehlende Ruheräume und interne Blockaden

FPÖ-Gesundheitssprecher Christoph Staudacher zeigte sich nach der Auskunft von Dr. De Paoli schockiert. Interne Machtstrukturen in der KABEG hätten die wichtige Notfallversorgung blockiert. Besonders gravierend sei, dass dem Team während des Bereitschaftsdienstes nicht einmal Betten oder ein eigenes Zimmer für Ruhephasen zur Verfügung gestanden seien. Die Mitarbeiter hätten sich erschöpft auf Liegen zwischen Patienten erholen müssen.

„Von wertschätzenden Arbeitsbedingungen kann hier also keine Rede sein. Kein Wunder, dass die Experten gekündigt haben“, so Staudacher. Er warnte, dass die Notfallversorgung für Patienten zur Lotterie werde, wenn die Interventionelle Radiologie nicht mehr rund um die Uhr zur Verfügung stehe.

Verlust von europäischem Spitzenniveau

Die Interventionelle Radiologie in Klagenfurt war laut Staudacher führend in Europa. Mit dem Weggang der Spezialisten verschwinde nun das aufgebaute Know-How. Die Abteilung gewinne immer mehr an Bedeutung, besonders in der Notfallversorgung und in der Krebsbehandlung.

Staudacher forderte, dass die Verantwortlichen alles tun müssten, um die wenigen interventionellen Radiologen in Kärnten für das Klinikum zu gewinnen. Der Fortbestand der Interventionellen Radiologie müsse nachhaltig und in umfassender Qualität rund um die Uhr sichergestellt werden – als eigenständiges Department. „Die Interessen der Patienten müssen wichtiger sein als Befindlichkeiten und interne Streitigkeiten“, betonte der FPÖ-Politiker.

Positiv hob Staudacher hervor, dass das KABEG-Management die Fehler der Vergangenheit einsehe und sich um strukturelle Verbesserungen bemühe.

Quelle: https://www.fpoe-ktn.at/reader-news/notfallversorgung-wird-zur-lotterie

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