Getreideernte startet zehn Tage früher wegen Hitze

Im niederösterreichischen Steinabrunn hat die Weizenernte bereits begonnen – rund zehn bis 14 Tage vor dem üblichen Termin. Grund ist die extreme Hitze, die den Weizen in eine sogenannte Notreife versetzt, so der ORF.
In Steinabrunn in der Gemeinde Großmugl (Bezirk Korneuburg) wird bereits Getreide geerntet. Lorenz Mayr, Getreidebauer und Aufsichtsratsvorsitzender der AMA-Marketing, führt dort einen landwirtschaftlichen Betrieb.
„Wir haben ein gewaltiges Niederschlagsdefizit. Vor allem im Osten gab es in den letzten Tagen und Wochen kaum Niederschlag. Die extreme Hitze führt dazu, dass die Körner schneller abreifen und in eine sogenannte Notreife gehen. Dann lagern sie keine Nährstoffe mehr ein. Das macht uns Bäuerinnen und Bauern große Probleme“, erklärt Mayr.
Qualität trotz Hitze gut
Bei der Qualität dürfte man glimpflich davonkommen. Die Kornausbildung sei bereits vor der Hitzewelle weitgehend abgeschlossen gewesen, so Mayr. „Die Ähren sind zwar um ein Drittel kürzer. Aber wir haben sehr gute Qualitäten mit einem hohen Hektolitergewicht und viel Proteinen. Daher kann man heuer sehr gutes Brot und Gebäck mit dem österreichischen Weizen produzieren.“
Ertragseinbußen bis zu 50 Prozent
Die Erträge fallen jedoch deutlich geringer aus. In manchen Gebieten liegt der Ertrag um 50 Prozent niedriger als üblich. Im Durchschnitt betragen die Einbußen beim Weizen 20 Prozent.
Um trotz Wassermangels künftig bessere Ernten zu erzielen, seien Maßnahmen wie Zwischenfruchtanbau, schonende Bodenbearbeitung oder das Anlegen von Windschutzstreifen notwendig.
Das hitzebedingte Austrocknen des Ackerbodens müsse möglichst lange hinausgezögert werden, betont Mayr: „Nichts wächst ohne Wasser. Daher müssen wir Infrastruktur aufbauen, in Niederösterreich etwa zum Marchfeldkanal. Denn hier geht es um die Versorgungssicherheit der Menschen in Österreich.“ Zwei Drittel des österreichischen Weizens werden inmitten des trockenen, pannonischen Klimas angebaut.
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