Giefing gibt Langbahn-EM-Debüt in Paris

Der 18-jährige Krauler Christian Giefing startet diese Woche bei der Langbahn-EM in Paris. Der Burgenländer gilt als möglicher Nachfolger von Felix Auböck, der vor 16 Monaten zurückgetreten ist.
Christian Giefing bestreitet diese Woche in Paris seine erste Langbahn-Europameisterschaft bei den Eliteschwimmern. Der 18-jährige Burgenländer hat sein Können bereits auf Junioren-Ebene unter Beweis gestellt: Im vergangenen Jahr holte er sich EM-Gold über 200 Meter Kraul, heuer kam Bronze über 400 Meter dazu.
Die Bronzemedaille sicherte sich Giefing vor vier Wochen in München auf den letzten Drücker. Zuvor hatte er über 200 Meter Kraul und 200 Meter Lagen jeweils als Vierter das Podest knapp verfehlt – einmal um eine Hundertstel, einmal um neun Hundertstel. „Ein schönes Gefühl, doch noch eine Medaille mitzunehmen“, sagte der Stockerauer. Der Podestplatz brachte ihm Motivation für den Start in Paris.
Mehrere Starts geplant
Im Elite-Feld muss Giefing nun erst seinen Platz finden. „Mal schauen, was passiert, mal schauen, was noch geht“, meinte er. Am ehesten strebt er am Donnerstag über 200 Meter den Aufstieg ins Halbfinale an. Der 400-Meter-Bewerb ist für Sonntag angesetzt.
Der Athlet vom ASV 2000 Stockerau kostet sein bisher größtes Schwimm-Event richtig aus: Neben dem „Einschwimmen“ am heutigen Montag über 50 Meter Delfin hat er auch für Dienstag über 100 Meter Kraul und für Samstag über 200 Meter Lagen genannt.
Training unter Auböcks früherem Coach
Dass die Form auch beim zweiten Saison-Höhepunkt innerhalb eines Monats passt, liegt in den Händen von Balasz Fehervari. „Da vertraue ich ihm blind“, sagte Giefing über seinen Coach im BSFZ Südstadt. Unter dem Ungarn hatte vor seinem EM-Gold-Coup von Belgrad vor zwei Jahren auch Felix Auböck trainiert, der vor 16 Monaten zurückgetreten ist.
Giefing war damals noch in einer tieferen Trainingsgruppe gewesen. „Mit Felix selbst trainiert habe ich nie, was ich schade finde. Ich hätte ihn gerne als Trainingspartner, weil er richtig schnell war im Training“, erklärte der Youngster. Über die Trainingszeiten werden dennoch Vergleiche mit dem mittlerweile 29-jährigen Auböck gezogen, der seit drei Wochen mit Langzeitpartnerin Catie DeLoof verheiratet ist.
Nahe an Auböcks Rekord
„Man vergleicht die Geschwindigkeit der Trainings, wie schnell er war und ich bin. Man merkt aber schon den Unterschied, dass bei Felix 400 Meter die Hauptstrecke war und nicht 200 Meter“, so Giefing. Dennoch bemerkenswert: Der Burgenländer schwamm heuer über 200 Meter mit einer schnelleren Zeit ins Junioren-EM-Finale als Auböck vor 2023 in Fukuoka ins WM-Finale.
Mit seinen 1:45,88 Minuten fehlen Giefing nicht nur 77 Hundertstel auf den gut vier Jahre alten OSV-Rekord Auböcks, sondern vor allem nur fünf Hundertstel auf das Olympia-Limit für Los Angeles 2028. Eine Steigerung in Paris bringt ihm in Hinblick auf die Spiele allerdings nichts direkt, denn die allgemeine Qualifikationsfrist läuft erst vom 1. März 2027 bis 18. Juni 2028.
Quelle: APA
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