Gießhübl feiert 60 Jahre Dorfhelferinnen-Ausbildung

Mathias FischerMathias Fischer
Alma Zadić und Werner Kogler bei einer Pressekonferenz in Wien
© APA

Die Landwirtschaftliche Fachschule Gießhübl bildet seit sechs Jahrzehnten Dorfhelferinnen aus. Diese Ausbildung ist in Niederösterreich einzigartig und sichert bäuerliche Betriebe in Notlagen ab.

Die Landwirtschaftliche Fachschule Gießhübl begeht heuer das 60-jährige Bestehen ihrer Ausbildung zur Dorfhelferin. Diese Qualifikation ist in Niederösterreich einzigartig und ermöglicht es, landwirtschaftliche Betriebe auch in Krisensituationen weiterzuführen.

Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) hebt die Bedeutung des Berufs hervor: Dorfhelferinnen seien seit sechs Jahrzehnten eine unverzichtbare Unterstützung für bäuerliche Familien. Wenn die betriebsführende Person wegen Krankheit oder Unfall ausfalle, würden sie dafür sorgen, dass Haushalt und Betrieb weiterlaufen. Die Fachschule habe sich als Ausbildungsstätte für einen Beruf mit hoher sozialer und fachlicher Qualifikation etabliert, so die Landesrätin.

Vielfältige Aufgaben im Haushalt und am Hof

Abteilungsvorständin Gerlinde Grossmann, die die Ausbildung koordiniert, erklärt das Tätigkeitsfeld: Dorfhelferinnen übernehmen sämtliche Arbeiten im Haushalt sowie die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Personen. Darüber hinaus werden sie auch in der Stallarbeit und je nach Jahreszeit in der Außenwirtschaft sowie im Garten eingesetzt.

Zehn Monate Ausbildung mit Stipendium

Der Lehrgang an der Fachschule Gießhübl erstreckt sich über zehn Monate, von September bis Juni, und deckt in Theorie und Praxis das gesamte Spektrum der landwirtschaftlichen Betriebs- und Haushaltsführung ab, informiert Monika Schadenhofer vom Land Niederösterreich. Teilnehmerinnen können ein Stipendium von 600 Euro monatlich für die gesamte Ausbildungsdauer beantragen.

Voraussetzungen für die Anmeldung sind eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein positiver Abschluss der 10. Schulstufe sowie das vollendete 17. Lebensjahr. Der Bedarf an Dorfhelferinnen sei nach wie vor groß.

Zusatzqualifikation seit drei Jahren möglich

Seit drei Jahren können Teilnehmerinnen die Zusatzqualifikation „Soziale Alltagsbegleitung“ im Rahmen der Ausbildung erwerben. Dieser Beruf kann selbstständig oder bei anerkannten Organisationen ausgeübt werden. Soziale Alltagsbegleiterinnen führen ähnliche Tätigkeiten wie Dorfhelferinnen aus, allerdings ohne Außen- und Stallarbeit. Das ermöglicht es jungen Frauen, Familie und Betrieb optimal mit dem Beruf zu vereinbaren.

Interessentinnen können sich unter der Telefonnummer 02742/62722 an die Fachschule wenden. Weitere Informationen sind auf der Website www.mostviertler-bildungshof.at verfügbar.

Quelle: OTS

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