Gitarristin Laura Lootens spielt in Klagenfurt

Mona HopfingerMona Hopfinger
Gitarristin hält Konzertgitarre vor dunklem Hintergrund
© Frank Lübke

Die Gitarristin Laura Lootens tritt am 19. November 2026 mit dem Kärntner Sinfonieorchester auf. Unter der Leitung von Chefdirigent Chin-Chao Lin interpretiert sie Joaquin Rodrigos „Concierto de Aranjuez“.

Laura Lootens gibt am 19. November 2026 im Konzert „Fernweh“ ihr Debüt in Klagenfurt. Gemeinsam mit dem Kärntner Sinfonieorchester unter Chin-Chao Lin bringt sie eines der bekanntesten Instrumentalkonzerte des 20. Jahrhunderts zur Aufführung: das „Concierto de Aranjuez“ von Joaquin Rodrigo.

Orchesterdebüt mit 15 Jahren

Das Werk begleitet die Künstlerin seit ihrer Jugend. Bereits mit 15 Jahren gab sie damit ihr Orchesterdebüt als Solistin. „Was mich daran besonders berührt, ist seine emotionale Vielschichtigkeit“, sagt Lootens. Auf der einen Seite stehe die spanische Lebensfreude mit ihren Farben und ihrer rhythmischen Energie, auf der anderen die Sehnsucht und Verletzlichkeit des zweiten Satzes.

Rodrigo, der bereits als Kind erblindete, beschreibt in dem Stück die Gärten des Königlichen Palastes von Aranjuez – der Sommerresidenz der spanischen Könige – und seine Spaziergänge dort mit seiner Frau Victoria. „Für mich zeigt das, dass Musik weit über das Sichtbare hinausgeht“, so die Gitarristin.

Dialog zwischen Gitarre und Orchester

Das Wechselspiel zwischen Orchester und Gitarre vergleicht Lootens mit einem menschlichen Gespräch. „Ein wirklich guter Dialog entsteht nicht dadurch, dass einer möglichst laut spricht, sondern dadurch, dass man einander zuhört, Raum gibt und aufeinander reagiert“, erklärt sie. Mal führe die Gitarre, mal antworte das Orchester, mal verschmelzen beide miteinander.

Karriere begann mit acht Jahren

Zur Gitarre kam die Musikerin mit acht Jahren. Nach ihrer ersten Stunde stand für sie fest, dass sie Gitarristin werden wollte – obwohl sie damals noch nicht einmal „Bruder Jakob“ spielen konnte. Mit 14 Jahren begann sie ihr Studium bei Professor Franz Halász, ein Jahr später bereits im Bachelorstudium. Nach ihrem Masterabschluss an der Hochschule für Musik und Theater München lehrte sie dort mit 22 Jahren an der Fakultät.

Album „Diabolico“ in den Charts

Ihr zweites Album „Diabolico“ erschien 2025 beim Label Naïve und wurde von Apple Music als Album des Monats gelistet. Mehrere Wochen hielt es sich in den Klassik-Top-Charts. Mit der Aufnahme wollte Lootens zeigen, welche Extreme in der Gitarre stecken – wild, düster und unberechenbar. „Das Diabolische verstehe ich dabei weniger als etwas Böses, sondern vielmehr als das Ungezähmte, das Verführerische und das Überschreiten von Grenzen“, sagt sie.

Ihr gerade erschienenes neues Album „Shape of My Heart“ widmet sich dagegen der Romantik als universeller Sprache der Emotionen, die Zeiten, Kulturen und Genres verbindet.

Wiedersehen mit Chin-Chao Lin

Mit Dirigent Chin-Chao Lin stand Lootens bereits Anfang 2026 mit dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden auf der Bühne. „Die Zusammenarbeit war fantastisch“, erinnert sie sich. Nun freue sie sich auf das Wiedersehen in Klagenfurt. Jede musikalische Begegnung bringe neue Perspektiven, Ideen und eine ganz eigene Energie mit sich.

Quelle: https://www.stadttheater-klagenfurt.at/laura-lootens-musik-geht-weit-ueber-das-sichtbare-hinaus

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