Glasfaser-Vorarbeiten: Was Hausbesitzer selbst erledigen müssen

Pia ProdingerPia Prodinger
Glasfaseranschluss: Verlegung im Erdreich und Anschluss im Haus mit OTO-Dose und NTU.
© Mit KI (Gemini) generiert

Wer einen Glasfaseranschluss von Kelag-Connect bestellt, muss bestimmte Vorarbeiten auf dem eigenen Grundstück selbst durchführen. Das Kärntner Unternehmen erklärt den Ablauf von der Begehung bis zur Inbetriebnahme.

Kelag-Connect koordiniert den Glasfaserausbau in zahlreichen Kärntner Gemeinden. Während beauftragte Baufirmen die Tiefbauarbeiten auf öffentlichem Grund übernehmen und eine Leerverrohrung bis zur Grundstücksgrenze verlegen, sind Eigentümerinnen und Eigentümer für die Vorarbeiten auf Privatgrund zuständig. Sie müssen die Leerverrohrung vom Übergabepunkt an der Grundstücksgrenze bis ins Haus verlängern. Beim Herstellungstermin wird dann die Glasfaser in diese Verrohrung eingeblasen und im Gebäude an den Netzabschluss angeschlossen.

Vor-Ort-Begehung legt Übergabepunkt fest

Nach Baubeginn in der Gemeinde vereinbart die Baufirma einen Termin für die Vor-Ort-Begehung. Dabei wird der Infrastruktur-Übergabepunkt festgelegt, an dem die Glasfaser an die Grundstücksgrenze gelegt wird. Falls die Eigentümerin oder der Eigentümer nicht anwesend sein kann, markiert die Baufirma den Übergabepunkt sichtbar an der Grundstücksgrenze.

Material wird von Kelag-Connect bereitgestellt

Das notwendige Material für die Vorarbeiten stellt Kelag-Connect zur Verfügung. Die Leerverrohrung – auch Speedpipe oder Mikroröhrchen genannt – erhalten Kundinnen und Kunden bei der Vor-Ort-Begehung in der benötigten Länge. Das Starterpaket kommt per Post und enthält den Building-Entry-Point (BEP), die Optical-Termination-Outlet-Dose (OTO-Dose) mit 50 Meter Inhouse-Kabel sowie ein Zubehör-Set mit Endkappen und Muffen.

Zusätzliche Materialien wie Schutzrohr, Sand oder Erde sowie Werkzeuge müssen selbst besorgt werden. Die Network-Termination-Unit (NTU) und das Patchkabel bringt der Techniker beim Herstellungstermin mit. Den Router erhalten Kundinnen und Kunden bei Bedarf nach der Anmeldung beim Internet-Service-Provider.

Verlegung im Außenbereich abhängig vom Baufortschritt

Mit der Verlegung der Leerverrohrung darf erst nach Festlegung des Übergabepunkts begonnen werden. Je nach Baufortschritt in der Region ergeben sich unterschiedliche Situationen: Wurde die Straße noch nicht ausgebaut, verlegen Eigentümerinnen und Eigentümer die Leerverrohrung vorab. Die Baufirma verbindet dann im Zuge der Tiefbauarbeiten das bereits verlegte Leerrohr mit der Leerverrohrung auf öffentlichem Grund.

Findet der Glasfaserausbau gerade statt und wurden die Leerrohre auf öffentlichem Gut bereits verlegt, steht am Übergabepunkt ein Rohr aus der Erde. Dieses muss mit dem bei der Vor-Ort-Begehung erhaltenen Leerrohr verbunden werden. Ist der Ausbau in der Region bereits abgeschlossen, befindet sich ein sogenannter „Homes-Passed“-Ableger an der Grundstücksgrenze. Dieser liegt in etwa 60 bis 80 Zentimeter Tiefe und wurde bei Abschluss der Bauarbeiten verschlossen. Eigentümerinnen und Eigentümer müssen auf ihrem Grundstück bis zu diesem Punkt graben und das dort zusammengerollte Leerrohr mit ihrem Leerrohr verbinden.

Verbindung der Rohre mit Doppelsteckmuffe

Beim Verbinden der Rohre müssen zunächst an beiden Rohrenden die Endkappen entfernt werden, indem der orange Sicherheitsring gelöst und die Kappe abgezogen wird. Die beiden Rohrenden werden mithilfe der transparenten Doppelsteckmuffe aus dem Starterpaket zusammengesteckt. Beide Rohre müssen in der Muffe vollständig zusammengeschoben sein – dies lässt sich durch die transparente Muffe kontrollieren.

Das Rohr sollte jeweils fünf Zentimeter vor und nach der Doppelsteckmuffe gerade verlaufen, da es sonst beim Einblasen der Glasfaser zu Problemen kommen kann. Die Schutzkappen am gegenüberliegenden Ende des Leerrohrs müssen angebracht bleiben, um dieses während und nach dem Verlegen vor Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen.

Die Leerverrohrung vom Übergabepunkt bis zum Haus muss entweder in einem Schutzrohr mit mindestens 25 Millimeter Durchmesser oder in einem zehn Zentimeter umlaufenden Sandbett verlegt werden. Das Leerrohr muss dauerhaft vor Druck- und Quetsch-Schäden geschützt sein und daher mindestens 40 bis 70 Zentimeter tief in die Erde verlegt werden. Der Biegeradius von 50 Zentimeter darf nicht unterschritten werden.

Verlegung im Innenbereich und Montage des BEP

Die Leerverrohrung wird ins Haus geführt und der Gebäudeeintritt gut abgedichtet. Für die fachgerechte Weiterverarbeitung beim Herstellungstermin wird eine Überlänge des Leerrohrs von mindestens drei Metern im Innenbereich benötigt. Der BEP aus dem Starterpaket wird an die Wand montiert, beispielsweise im Keller oder Technikraum. Die Montagehöhe sollte etwa 1,60 Meter betragen, mit mindestens zehn Zentimeter Platz auf allen Seiten, damit die Techniker den BEP beim Herstellungstermin gut erreichen und darin die Glasfasern spleißen können.

Für die Gestaltung des Glasfaserabschlusses im Haus gibt es zwei Möglichkeiten: Der Glasfaserabschluss kann beim BEP enden. In diesem Fall wird daneben eine Steckdose mit 230 Volt für die NTU benötigt, die der Techniker beim Herstellungstermin mitbringt. Von der NTU aus wird das Internetsignal über ein bestehendes Heimnetzwerk verteilt.

Alternativ kann der Glasfaseranschluss mit der OTO-Dose und dem Inhouse-Kabel aus dem Starterpaket verlängert werden. So lässt sich der Glasfaser-Endpunkt flexibel wählen – etwa im Vorzimmer, Arbeitszimmer oder Wohnzimmer, wo später der Router stehen soll. Das Inhouse-Kabel wird ausgehend von dem Punkt verlegt, an dem später der Router stehen soll, und die OTO-Dose dort montiert. Das Inhouse-Kabel kann Aufputz verlegt oder durch eine bestehende Leerverrohrung zum BEP geführt werden.

Da auch das Inhouse-Kabel Glasfaser enthält, darf der Biegeradius von fünf Zentimeter nicht unterschritten werden, da die Glasfaser sonst brechen kann. Das Inhouse-Kabel darf nicht von der OTO-Dose getrennt und eine etwaige Überlänge nicht selbstständig gekürzt werden. Im Hausinneren müssen Eigentümerinnen und Eigentümer nichts selbst verbinden, spleißen oder zusammenstecken – diese Arbeiten übernehmen die Techniker beim Herstellungstermin. Sie übernehmen lediglich die Wandmontage des BEP und falls gewünscht die Inhouse-Verkabelung sowie die Montage der OTO-Dose.

Fertigstellungsmeldung und Herstellungstermin

Sind die Leerverrohrung vom Übergabepunkt bis ins Haus verlegt, der BEP im Haus montiert und optional die Inhouse-Verkabelung verlegt sowie die OTO-Dose montiert, sind die Glasfaser-Vorarbeiten abgeschlossen. Die Fertigstellung muss über ein Online-Formular gemeldet werden, damit ein Herstellungstermin koordiniert werden kann. Die dafür benötigte OAID – eine achtstellige Kennnummer des Glasfaseranschlusses – erhalten Kundinnen und Kunden im Laufe der Ausbauphase per E-Mail. Die OAID wird auch für den Vertragsabschluss bei einem Internet-Service-Provider aus dem Kelag-Connect Partner-Netzwerk benötigt.

Für die Herstellung kontaktiert die Baufirma die Kundinnen und Kunden, um einen Termin zu vereinbaren. Die Techniker blasen die Glasfaser über die Leerverrohrung bis ins Haus ein und spleißen die Glasfasern im BEP. Die Network-Termination-Unit (NTU) wird von den Technikern mitgebracht und mittels Patch-Kabel verbunden. Da die Techniker auch im Inneren des Hauses Arbeiten vornehmen, ist die Anwesenheit der Eigentümerin oder des Eigentümers oder einer Vertretung notwendig.

Aktivierung durch Internet-Service-Provider

Sobald ein Vertrag mit einem Internet-Service-Provider aus dem Kelag-Connect Partner-Netzwerk abgeschlossen wurde, aktiviert dieser den Anschluss. Dies kann bis zu 24 Stunden dauern. Bei Bedarf stellt der Provider auch einen Router zur Verfügung, der zunächst an das Stromnetz angeschlossen wird. Das ebenfalls mitgelieferte Netzwerkkabel wird an der NTU in den Steckplatz LAN1 gesteckt. Je nach Router wird das zweite Ende in den LAN1- oder WAN-Port gesteckt. Danach ist der Glasfaseranschluss einsatzbereit.

Ausführlichere Informationen zu den Vorarbeiten bietet Kelag-Connect in einem Video und in der Installationsanleitung auf der Website an.

Quelle: https://www.kelag.at/blog/artikel/glasfaser/461/glasfaseranschluss-vorarbeiten

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