Goldgelbe Vergilbung erstmals in Niederösterreich nachgewiesen

Mathias FischerMathias Fischer
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In Niederösterreich wurde erstmals die gefährliche Rebenkrankheit Goldgelbe Vergilbung nachgewiesen. Betroffen ist ein Weinbaubetrieb im Gebiet Carnuntum, so der ORF.

Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich (LKNÖ) bestätigte am Mittwoch den ersten Nachweis der Goldgelben Vergilbung im Bundesland. Eine Laboruntersuchung von Blattproben am Dienstagabend hatte den Befall bei symptomtragenden Rebstöcken festgestellt. Ein Betrieb im Weinbaugebiet Carnuntum im östlichen Niederösterreich ist betroffen.

Zu den gefährlichsten Rebenkrankheiten Europas

Die Goldgelbe Vergilbung, fachlich als Grapevine flavescence dorée bezeichnet, gehört laut LKNÖ zu den gefährlichsten Rebenkrankheiten in Europa. Ausgelöst wird die Krankheit durch Phytoplasmen. Befallene Rebstöcke sterben ab und stellen während dieses Prozesses eine Infektionsquelle für weitere Reben dar.

Als Überträger fungiert vor allem die Amerikanische Rebzikade. Das Insekt nimmt den Erreger beim Saugen an einer befallenen Rebe auf und überträgt ihn anschließend auf gesunde Pflanzen. Eine direkte Ausbreitung von Rebstock zu Rebstock ist dagegen nicht möglich.

Die Amerikanische Rebzikade hat sich in den vergangenen Jahren in den österreichischen Weinbaugebieten zunehmend verbreitet. In der Steiermark und im Burgenland wurde die Goldgelbe Vergilbung bereits nachgewiesen. Dort mussten laut LKNÖ auch ganze Weingärten gerodet werden. Fälle gibt es zudem in Tschechien und der Slowakei.

Verordnung bereits seit Juni in Kraft

Die Landesregierung hatte bereits vor dem ersten Krankheitsnachweis reagiert. Seit 3. Juni gilt eine Verordnung, die in besonders betroffenen Gebieten verpflichtende Maßnahmen gegen die Amerikanische Rebzikade vorschreibt. Dazu gehören unter anderem Insektizidbehandlungen sowie die Rodung symptomtragender Reben. Die Verordnung gilt bis Ende 2028.

Eine direkte Behandlung der Krankheit ist nicht möglich. Befallene Rebstöcke müssen deshalb rasch entfernt werden. Ziel ist vor allem, die Population der Amerikanischen Rebzikade zu reduzieren und damit die Übertragung auf weitere Pflanzen einzudämmen.

LKNÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager sprach in einer Aussendung am Dienstag angesichts des ersten Nachweises von einem „ernsten Signal“ für den Weinbau. Nun komme es darauf an, befallene Pflanzen möglichst rasch zu erkennen und die vorgesehenen Maßnahmen umzusetzen.

Auch Privatgärten im Fokus

Die LKNÖ ruft nicht nur Weinbaubetriebe, sondern alle Besitzerinnen und Besitzer von Reben zur Kontrolle ihrer Pflanzen auf. Das betrifft auch einzelne Rebstöcke in Privatgärten sowie Reben auf öffentlichen Flächen oder Firmengeländen. Verdachtsfälle sind in ganz Niederösterreich meldepflichtig.

Erkennbar ist die Krankheit unter anderem an deutlich verfärbten Blättern. Bei Weißweinsorten werden sie gelblich, bei Rotweinsorten dunkelrot. Später rollen sich die Blätter nach unten ein, außerdem verholzen die Triebe nicht vollständig. Befallene Reben können schließlich absterben.

Verdächtige Rebstöcke sollen laut Landwirtschaftskammer unverzüglich gemeldet werden. Zusätzlich sollen symptomtragende Reben konsequent gerodet werden. Die Meldestelle ist das Referat Wein und Obstbau der Landwirtschaftskammer Niederösterreich unter der Telefonnummer 05 0259 22200.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3366709/

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