Google Maps ignoriert Durchfahrtssperre am Müllner Hügel

Navigationssysteme leiten Autofahrer trotz Verordnung weiterhin durch gesperrte Bereiche in der Salzburger Innenstadt. Besonders ausländische Gäste vertrauen auf Google Maps, das die Durchfahrtssperre am Müllner Hügel bisher nicht berücksichtigt, so Salzburg Research.
Lange Staus und massive Verspätungen im öffentlichen Verkehr prägen derzeit das Verkehrsgeschehen in der Salzburger Innenstadt. Ein wesentlicher Grund dafür: Viele Lenker übersehen oder missachten die Hinweisschilder zur Durchfahrtssperre. Vor allem Gäste aus dem Ausland orientieren sich an ihren Navigationssystemen – meist an Google Maps.
Der amerikanische Konzern hat die geltende Verordnung am Müllner Hügel bislang nicht in sein System eingepflegt, erläutert Karl Rehrl von Salzburg Research. „Da muss natürlich die Bereitschaft da sein, dass man sich in einer Stadt wie Salzburg um so eine Durchfahrtssperre kümmern will“, erklärt der Mobilitätsforscher. Die Prozesse seien derzeit offenbar nicht so gestaltet, dass die Sperre tatsächlich übernommen werde.
Totalsperre wird erkannt, Durchfahrtsverbot nicht
Bei einer Totalsperre wie am Neutor funktioniert die automatische Erkennung durch Navigationssysteme problemlos. Dort registrieren die Systeme selbstständig, dass kein Verkehr stattfindet. Am Müllner Hügel gestaltet sich die Lage jedoch deutlich komplizierter.
„Da ist es einerseits schwieriger automatisiert festzustellen, weil dort ja nach wie vor einige Fahrzeuge fahren“, sagt Rehrl. Zudem sei die Verordnung schwieriger zu interpretieren, da Zu- und Wegfahrten in bestimmten Fällen erlaubt seien, nur die Durchfahrt nicht.
Wann oder ob Google die aktuelle Regelung in sein System aufnimmt, ist unklar. Bis dahin gilt für Autofahrer die Beschilderung vor Ort – unabhängig davon, welche Route das Navigationssystem empfiehlt.
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