GPS-Wolf Andrea erschossen: Beschwerde bei EU

Ein mit GPS-Halsband ausgestatteter Wolf wurde Anfang Februar bei Obervellach getötet. Naturschutzorganisationen haben nun Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt, so der ORF.
Der Wolf Andrea war Wissenschaftern der Universität Udine bekannt. Seit dem vergangenen Jahr verfolgten Forscher die Wanderungen des jungen Männchens durch Kärnten mittels GPS-Halsband. Das Tier bewegte sich unter anderem im Raum Mallnitz.
Anfang Februar wurde Andrea bei Obervellach erschossen. Der Vorfall ist nun Gegenstand einer Beschwerde bei der Europäischen Kommission.
Vereinbarkeit mit EU-Recht wird geprüft
Naturschutzorganisationen fordern eine Prüfung, ob die Abschusspraxis in Kärnten und Tirol mit europäischem Recht vereinbar ist. Im Zentrum steht die Frage, ob vor den Tötungen ausreichend nach alternativen Lösungen gesucht wird. Zudem soll untersucht werden, welche Auswirkungen mehrere getötete Tiere auf den Wolfsbestand haben.
Kritik gibt es auch am Umgang mit wissenschaftlichen Daten. Die Universität Udine hatte wegen Andreas Wanderungen bereits Kontakt mit Kärntner Stellen aufgenommen.
Landesregierung weist Vorwürfe zurück
Die Kärntner Landesregierung hatte die Kritik nach dem Abschuss zurückgewiesen. Nach den geltenden Kärntner Regelungen kann ein Wolf unter bestimmten Voraussetzungen zum Abschuss freigegeben werden.
Die EU-Kommission befasst sich bereits mit mehreren Aspekten des österreichischen Wolfsmanagements. Die Beschwerde soll nun klären, ob die Praxis – insbesondere in Kärnten – den europäischen Vorgaben entspricht.
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