Graz: Alte Straßenbahnen verschrottet

Die Anschaffung von 24 neuen Flexity-Straßenbahnen steht auf der Kippe, während alte Garnituren ausgemustert werden.
Der Ausbau der Straßenbahn-Remise in der Steyrergasse kostet mittlerweile rund 230 Millionen Euro. Trotz dieser Investition ist die Beschaffung weiterer 24 Flexity-Straßenbahnen wegen der angespannten Finanzlage fraglich. Die neue Remise wurde eigens für die längeren Garnituren konzipiert.
Am 29. Oktober wurde erneut eine alte Straßenbahn zur Verschrottung abgeholt, wie FPÖ-Verkehrssprecher Dominik Hausjell mitteilt. Aktuell verfügen die Graz Linien über 85 Garnituren – 2013 waren es noch 88, obwohl das Straßenbahnnetz seither ausgebaut wurde.
„Alte Straßenbahnen landen auf dem Schrottplatz, neue stehen auf der Streichliste – und gleichzeitig fließen hunderte Millionen in die Remise! Was nützt die teuerste Werkstatt, wenn am Ende die Straßenbahnen fehlen?“, kritisiert Hausjell. Er fordert von Vizebürgermeisterin Schwentner eine Erklärung, wie diese Planung zusammenpasse.
Kürzungen beim Klimaticket
Die Stadtregierung reduziert zudem die Zuschüsse zum Klimaticket Steiermark: Beim regulären Ticket sinkt die Förderung von 100 auf 60 Euro, bei ermäßigten Tickets von 75 auf 50 Euro.
Der im Mai 2026 beschlossene Masterplan Öffentlicher Verkehr Graz 2040 sieht bis zu 20 Kilometer zusätzliche Straßenbahnstrecken und langfristig bis zu 151 Garnituren vor. Trotz dieser Ausbaupläne wird beim Fahrzeugankauf gespart.
„Vizebürgermeisterin Schwentner wird nicht müde, die Grazer zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu drängen, und kündigt nun Kürzungen bei den Öffi-Ticket-Zuschüssen an“, so Hausjell. Sie predige den Umstieg und mache ihn gleichzeitig teurer.
Forderung nach Offenlegung
Der freiheitliche Verkehrssprecher verlangt eine aktualisierte Wirtschaftlichkeitsprüfung sowie die vollständige Offenlegung der Fahrzeug- und Investitionsplanung. In der nächsten Gemeinderatssitzung will er Vizebürgermeisterin Schwentner im Rahmen der Fragestunde direkt befragen.
Geklärt werden müsse insbesondere, welche Folgen ein Verzicht auf die zusätzlichen Flexity-Garnituren für den Straßenbahnbetrieb und den Remisenausbau hätte. Graz brauche ausreichend Straßenbahnen und leistbare Tickets statt immer neuer Ausbauversprechen, deren Finanzierung ungeklärt bleibe.
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