Graz benennt ORF-Park nach Emil Breisach

Die Parkanlage beim ORF-Landesstudio Steiermark in Graz-St. Peter heißt ab sofort Emil-Breisach-Park. Mit einem Festakt wurde die Umbenennung am Donnerstag offiziell gefeiert. Die Stadt würdigt damit den langjährigen ORF-Intendanten und Kulturpionier.
Der bisher als ORF-Park bekannte Grünbereich in Graz-St. Peter trägt seit Donnerstag den Namen Emil-Breisach-Park. Bei einer Feier am ORF-Landesstudio Steiermark wurde die neue Bezeichnung offiziell begangen. Damit ehrt die Stadt Graz einen Mann, der die Kultur- und Medienlandschaft der Steiermark über Jahrzehnte entscheidend mitgestaltet hat.
Den Anstoß zur Umbenennung gaben die Akademie Graz, der ORF Steiermark und die Familie Breisach. Im Juni stimmte der Grazer Gemeinderat einstimmig dafür, das Wirken Emil Breisachs dauerhaft im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Bei der Feier wurde eine neue Parktafel mit Informationen zum Leben des Namensgebers enthüllt. Zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Medien und Politik nahmen teil.
Ort mit symbolischer Bedeutung
Die Wahl der Parkanlage beim ORF-Landesstudio ist bewusst getroffen: Emil Breisach leitete von 1967 bis 1988 als Intendant den ORF Steiermark und war damit der bisher längstdienende Intendant des Senders. In dieser Zeit prägte er den regionalen Rundfunk und gab entscheidende Impulse für die kulturelle Entwicklung von Graz und der gesamten Steiermark.
Breisach war Mitbegründer und Wegbereiter zahlreicher Institutionen, die das kulturelle Leben bis heute prägen. Dazu zählen das Forum Stadtpark, der steirische herbst, das ORF-musikprotokoll, La Strada, der österreichische Skulpturenpark sowie die Akademie Graz. Er war überzeugt, dass Kultur ein Raum ist, in dem die Gesellschaft miteinander redet. Deshalb baute er Strukturen und Netzwerke auf. Sie wirken weit über die Region hinaus.
Jubiläum der Akademie Graz
Die Benennung steht auch im Zeichen des bevorstehenden 40-jährigen Jubiläums der Akademie Graz, die 1987 von Emil Breisach gegründet wurde. Die musikalische Gestaltung des Festakts übernahm die Künstlerin Choe' Ryo mit einem Werk des Komponisten Johannes Maria Staud.
Stimmen zur Neubenennung
Bürgermeisterin Elke Kahr betonte: „Emil Breisach war ein großer Förderer von Kunst und Kultur und hat unsere Stadt in vielerlei Hinsicht geprägt. Viele Einrichtungen und Projekte, die heute selbstverständlich zu Graz gehören, gehen auf seine Initiativen oder seine Unterstützung zurück.“
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner hob hervor, dass Breisach Menschen aus Kunst, Medien und Gesellschaft miteinander verbunden habe. Es sei schön, dass nun erstmals ein Ort in Graz seinen Namen trage – und zwar jener Park, der so eng mit seinem Wirken verbunden sei.
Breisach habe das Landesstudio zu einer einzigartigen kulturellen Kreativwerkstatt geformt und sei ein großer Kulturförderer, Ideengeber und Menschenfreund gewesen.
Kulturstadträtin Claudia Unger sagte, Breisach sei mit seinen Visionen für das Kulturleben nicht nur zu Lebzeiten wichtig gewesen, sondern bis heute. Die gesamte Gesellschaft profitiere nach wie vor von seinen Ideen.
Astrid Kury, Leiterin der Akademie Graz, freute sich über die Würdigung des 2015 verstorbenen Kulturdoyens im öffentlichen Raum. Die Kulturarbeit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts habe im Zeichen des Aufbruchs gestanden. Breisachs bahnbrechende Initiativen zur Förderung zeitgenössischer Kunst und Kultur seien inzwischen österreichweit zeitgeschichtliches Allgemeingut.
Lebensweg eines Kulturpioniers
Emil Breisach kam 1923 in Stockerau zur Welt. 1933 zog er nach Graz. Nach dem Zweiten Weltkrieg fing er beim Rundfunk an. Schon 1946 leitete er dort die Abteilung Unterhaltung/Kabarett. Er schrieb Bücher, führte Regie im Theater und trat als Kabarettist auf. Er brachte immer wieder neue Ideen und unterstützte Kunst und Kultur. Seine Arbeit hat die kulturelle Identität von Graz und der Steiermark dauerhaft geprägt.
Quelle: https://www.graz.at/cms/beitrag/10474134/8106610/Emil_Breisach_Park_ORF_Park_traegt.html
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