Graz: „Bunte Tafel“ im Wertschätzungszentrum Lend eröffnet

Pia ProdingerPia Prodinger
WERTschätzungsZENTRUM LEND: Zwei Frauen halten bunten Stoff vor einer Tafel mit Infos
© Stadt Graz/Fischer

Im Wertschätzungszentrum Lend in Graz wurde am 23. Juli die „Bunte Tafel der Nachbarschaft“ eingeweiht. Die Informationstafel soll Nachbarinnen und Nachbarn über Veranstaltungen informieren und Möglichkeiten zum Teilen und Tauschen bieten.

An der Außenmauer des Wertschätzungszentrums Lend in der Wiener Straße 121 wurde am Donnerstag eine neue Informationstafel angebracht. Die „Bunte Tafel der Nachbarschaft“ entstand im Rahmen des Projekts „Gemma Klima“ der Stadt Graz und zeigt Termine für kommende Veranstaltungen, eine Präsentation des Konzepts sowie Ankündigungsmöglichkeiten zum Teilen und Tauschen.

Bürgermeisterin Elke Kahr bezeichnete das Wertschätzungszentrum als wertvollen Ort für praxisnahe Naturvermittlung und Miteinander im Bezirk Lend. „Um in einer Stadt wie Graz gut leben zu können, ist gegenseitige Unterstützung unverzichtbar. Mit dem 'Bunten Brett der Nachbarschaft' wurde ein tolles neues Angebot geschaffen, das die Menschen direkt anspricht und vor Ort zusammenbringt“, so Kahr.

Daniela Zeschko, Projektleiterin der Natur.Werk.Stadt, erklärte, man wolle durch die Tafel die Nachbarschaft stärker auf das Zentrum aufmerksam machen und zeigen, wie wichtig der sorgsame Umgang mit Stadt, Gemeinschaft und Natur sei. Franziska Schruth von Living Rooms betonte, die Tafel richte sich an Vereine und Privatpersonen, die aktiv Beiträge zum Klimaschutz leisten wollen.

Beschäftigungsprojekt mit einzigartigem Konzept

Das Wertschätzungszentrum Lend öffnete vor rund sechs Jahren seine Tore. Es ist ein Mensch-Natur-Begegnungsort des gemeinnützigen Beschäftigungsprojekts Natur.Werk.Stadt und des Vereins Living Rooms. Das Projekt stabilisiert gezielt Langzeitarbeitslose durch sinnstiftende Arbeit in der Natur und führt sie zurück in den Arbeitsmarkt. Durch Pflanzentausch sowie Kinder-Workshops und Kurse zu Themen wie Hecken- und Obstbaumschnitt, Sensen oder dem Herstellen von Lavendelsäckchen bringt das Zentrum die Bevölkerung zusammen. Das Konzept ist laut Quelltext österreichweit einzigartig.

Auf rund 1.000 Quadratmetern erstreckt sich eine naturnah gestaltete Grünoase mit Blühwiesen, Komposthaufen, einer Benjeshecke aus Totholz, einer Kräuterspirale, Sitzmöglichkeiten, einem Brunnen und einem Gemeinschaftsgarten. Der Mühlgang fließt direkt am Gelände vorbei.

Von der Badeanstalt zum Naturprojekt

Das Gebäude des Wertschätzungszentrums war früher ein Badehaus. Von 1902 bis 1974 wurde im Mühlgang gebadet, wie Zeschko berichtet. Ihr Team hat für die Ausstellung „Wienerstraßenbad einst und jetzt“, die im Zentrum besucht werden kann, im Stadt- und Landesarchiv geforscht. Ältere Menschen erzählten dem Team, dass sie im Mühlgang schwimmen gelernt hätten.

Das Wertschätzungszentrum Lend beschäftigt im Jahr rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Natur tätig sind. In den vergangenen Tagen lag der Fokus auf dem Absensen von Blühwiesen in Graz. Davon gibt es in der Stadt rund 12.500 Quadratmeter. Am 23. Juli wurde die letzte abgemäht.

Das Zentrum ist montags, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr geöffnet, wegen Renovierungsarbeiten jedoch bis September geschlossen. Der Garten bleibt zu den regulären Öffnungszeiten zugänglich.

Quelle: https://www.graz.at/cms/beitrag/10469470/8106610/Wertschaetzungszentrum_Lend_in_Feierlaune.html

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