Graz erfasst Hitzeinseln mit Thermalscanner-Flügen

Pia ProdingerPia Prodinger
Wärmekarte von Wien zeigt Hitzebelastung im Stadtzentrum mit Donau und Parkanlagen.
© Stadtvermessungsamt Graz

Die Stadt Graz lässt am 30. und 31. Juli die Temperaturverteilung im Stadtgebiet aus der Luft vermessen. Mit Thermalscannern ausgestattete Flugzeuge sollen zeigen, wo sich die Hitze staut und welche Grünflächen für Abkühlung sorgen.

Ein speziell ausgerüstetes Flugzeug wird am 30. und 31. Juli über Graz fliegen, um die Hitzeverteilung im Stadtgebiet zu dokumentieren. Im Auftrag des Stadtvermessungsamtes kommen dabei Thermalscanner zum Einsatz, die während einer Hitzeperiode die Temperaturverteilung so präzise wie möglich erfassen sollen. Die Befliegungen sollen aufzeigen, in welchen Bereichen sich die Stadt besonders stark aufheizt und wo Grünflächen sowie Freiräume kühlend wirken.

Die gewonnenen Informationen dienen als Planungsgrundlage für künftige städtebauliche Maßnahmen. Angesichts zunehmender Hitzewellen sollen die Daten dabei helfen, Grünräume, öffentliche Plätze oder neue Stadtentwicklungsprojekte gezielt dort zu platzieren, wo sie die größte Wirkung entfalten.

Zwei Messflüge zu unterschiedlichen Tageszeiten

Geplant sind zwei Flüge: Am Donnerstag, dem 30. Juli, wird das Stadtgebiet zur heißesten Tageszeit am Nachmittag überflogen. Ein zweiter Flug ist für die frühen Morgenstunden am Freitag, dem 31. Juli, noch vor Sonnenaufgang vorgesehen. Aus etwa 700 Metern Höhe wird dabei das gesamte Stadtgebiet systematisch erfasst.

„Gerade an besonders heißen und wolkenlosen Tagen können wir gut erfassen, wo sich Graz stark aufheizt und welche Bereiche auch über Nacht Wärme speichern“, erklärt Elke Achleitner, Leiterin des Stadtvermessungsamtes. Die Daten würden eine wichtige Grundlage für städtische Planungen liefern und zeigen, wo gezielte Maßnahmen besonders wirksam seien – auch zum Schutz der Gesundheit besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen.

Hochauflösende Temperaturkarten entstehen

Die eingesetzten Thermalscanner machen Wärmestrahlung sichtbar. Zusätzlich werden klassische Luftbilder aufgenommen. Die Kombination beider Datensätze zeigt, welche Oberflächen Wärme besonders stark speichern und welche Bereiche zur Kühlung beitragen. Nach der Auswertung entstehen hochauflösende Oberflächentemperaturkarten, ein digitales Oberflächenmodell sowie aktuelle Luftbilder des gesamten Stadtgebiets.

Die Ergebnisse werden nicht nur Fachabteilungen der Stadt zur Verfügung stehen, sondern auch über das Klimainformationssystem unter kis.graz.at veröffentlicht. Die aktuelle Messkampagne knüpft an die Thermalbefliegung aus dem Jahr 2021 an. Der Vergleich soll sichtbar machen, wo bereits gesetzte Maßnahmen Wirkung zeigen, wo neue Hitzeinseln entstehen und in welchen Bereichen weiterer Handlungsbedarf besteht.

Quelle: https://www.graz.at/cms/beitrag/10469597/8106444/Wo_Graz_ins_Schwitzen_kommt_Spezialflug.html

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