Graz erneuert Trinkwasserleitung für 27 Millionen Euro

Die Holding Graz modernisiert eine zentrale Transportleitung aus Feldkirchen. Die 6,8 Kilometer lange TL700 kann bis zu 50 Prozent des städtischen Wasserbedarfs decken.
Die Holding Graz investiert rund 27 Millionen Euro in die Erneuerung der Transportleitung TL700. Diese verbindet das Wasserwerk Feldkirchen mit dem Grazer Stadtgebiet und zählt zu den wichtigsten Versorgungsadern der Landeshauptstadt. Der Abschnitt in der Puntigamer Straße wurde Mitte Oktober abgeschlossen und ging am 21. Oktober 2026 in Betrieb.
Das Wasserwerk Feldkirchen im Süden von Graz deckt im Durchschnitt etwa 15 Prozent des täglichen Wasserbedarfs der Stadt. Bei Spitzenlasten oder Störungen kann dieser Anteil auf bis zu 50 Prozent ansteigen. Die Leitung ist damit ein zentrales Element der Versorgungssicherheit.
Über 75 Jahre alte Leitung wird ersetzt
Die bisherige Transportleitung stammt aus dem Jahr 1950 und besteht aus Graugussrohren mit Stemmmuffen. Mit zunehmendem Alter nahm die Schadensanfälligkeit zu. Zudem verläuft die alte Trasse teilweise über private Grundstücke und nahe an Wohngebäuden. Die neue Leitung führt vom Wasserwerk Feldkirchen bis zur Lagergasse/Karlauergürtel und ist rund 6,8 Kilometer lang. Der Durchmesser beträgt 700 Millimeter.
Bereits 2025 wurden rund 50 Prozent der neuen Leitung zwischen Karlauergürtel und Gasrohrsteg verlegt und in Betrieb genommen. Der zweite Abschnitt vom Gasrohrsteg bis zum Wasserwerk Feldkirchen folgte im Oktober 2026.
Koordinierte Infrastrukturarbeiten
Zwischen 7. April und 3. Juli 2026 entstand zwischen Puntigamer Brücke und Puchstraße eine neue DN-300-Verbindungsleitung. Sie stellt die Versorgung des Grazer Westens sicher und wurde zeitgleich mit einer Fernwärmeleitung koordiniert. Entlang des rechten Murradwegs wurden auf rund 2,2 Kilometern nicht nur Wasserleitungen erneuert, sondern auch Infrastruktur für Strom, Beleuchtung und Telekommunikation errichtet.
Insgesamt wurden rund 6.800 Meter Transportleitungen mit unterschiedlichen Durchmessern sowie etwa 1.300 Meter Versorgungsleitungen verlegt. Dazu kommen rund 5.000 Meter Leerverrohrungen für Daten- und Stromkabel, eine 4,5 Kilometer lange 20-kV-Stromtrasse, eine 3,3 Kilometer lange Glasfasertrasse und eine etwa 3,5 Kilometer lange Beleuchtungstrasse.
Im Bereich Rudersdorf errichtete die Energie Steiermark zudem eine Betonmauer für den Hochwasserschutz.
Fertigstellung im Sommer 2027
Obwohl die Trinkwasserleitung bereits in Betrieb ist, stehen bis zur Gesamtfertigstellung im Sommer 2027 noch weitere Arbeiten an. In der ersten Jahreshälfte 2027 folgen Rest- und Wiederherstellungsarbeiten sowie umfangreiche Kabelverlegungen für eine Blackoutversorgung des Wasserwerks Feldkirchen.
Die TL700 ist Teil einer langfristigen Strategie für die Grazer Wasserressourcen. Neben Feldkirchen bilden die Wasserwerke Friesach und Andritz sowie das Hochschwabgebiet die wesentlichen Säulen der Versorgung. Mit der TL900 aus dem Norden verfügt Graz über eine zweite große Transportleitung.
Recycling und Naturschutz
Die neuen Rohre der Tiroler Rohre GmbH (TRM) bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Stahlschrott und können nach ihrer Nutzungsdauer wieder vollständig recycelt werden. Beim Rückbau fallen rund 250 Tonnen Gussmaterial an, das von TRM übernommen und dem industriellen Wertstoffkreislauf zugeführt wird.
Für die Trasse müssen rund 80 Bäume entfernt werden. 190 Neupflanzungen sind vorgesehen. Fledermäuse und Reptilien im betroffenen Bereich werden fachgerecht umgesiedelt.
„Eine sichere Trinkwasserversorgung gehört zu den wichtigsten Grundlagen jeder Gemeinde“, betonte Bürgermeisterin Elke Kahr. Die neue Transportleitung sorge dafür, dass die Versorgung der Stadt noch sicherer werde und stärke gleichzeitig die Krisenfestigkeit der Infrastruktur.
Holding Graz-CEO Gert Heigl bezeichnete die Fertigstellung des Abschnitts in der Puntigamer Straße als besonderen Erfolg: „Die neue Leitung bildet ein wichtiges Rückgrat der Grazer Trinkwasserversorgung und wird über Jahrzehnte hinweg einen verlässlichen Betrieb gewährleisten.“
Quelle: https://www.graz.at/cms/beitrag/10475362/8106610/Sichere_Trinkwasserversorgung_fuer_Graz.html
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