Graz holt zwei GerambRosen für Baukultur

Die Stadt Graz wurde am 28. Oktober gleich doppelt mit der GerambRose ausgezeichnet. Prämiert wurden die Volksschule Reininghaus und die Tennenmälzerei – beide Projekte stehen im neuen Stadtteil Reininghaus in Sichtweite zueinander.
Die Volksschule Reininghaus und die revitalisierte Tennenmälzerei haben die Fachjury überzeugt. Beide Bauvorhaben schaffen hochwertige Räume und demonstrieren, welchen Stellenwert gute Architektur im städtischen Bauen einnimmt. Besonders erfreulich: Die ausgezeichneten Gebäude liegen im wachsenden Stadtteil Reininghaus nahe beieinander und bilden eine gelungene baukulturelle Nachbarschaft.
Die Preisverleihung des Vereins BauKultur Steiermark fand in der historischen Tennenmälzerei statt – einem der beiden prämierten Projekte. Landesrätin Claudia Holzer, Vizebürgermeisterin Judith Schwentner und Landesbaudirektor Andreas Tropper würdigten gemeinsam mit Geschäftsführerin Sabine Siegel die Bedeutung qualitätsvoller Baukultur.
Eine internationale Fachjury unter Vorsitz der Architektin Sybille Caspar hatte aus 64 Einreichungen insgesamt 18 Projekte vor Ort besichtigt. Sechs davon erhielten die GerambRose, ein weiteres die Sonderauszeichnung „GerambRose - Klassiker“.
Tennenmälzerei: Industriegeschichte sichtbar gemacht
Die Tennenmälzerei zeigt, dass auch Zwischennutzungen architektonische Qualität entfalten können. Das 1888 errichtete, denkmalgeschützte Industriegebäude dient heute als offener Treffpunkt für Nachbarschaft, Kultur und Veranstaltungen. Die Revitalisierung lässt die Spuren der früheren industriellen Nutzung bewusst sichtbar.
Geplant wurde das Projekt vom Breathe Earth Collective gemeinsam mit Hohensinn Architektur. Ein vorgelagerter Stahlbau ermöglicht neue Zugänge und eröffnet Perspektiven auf die historische Fassade. Wiederverwendete Materialien und flexibel nutzbare Räume prägen das Innenleben, Eingriffe in die denkmalgeschützte Bausubstanz blieben minimal.
Auftraggeberin war die Abteilung für Immobilien unter Leitung von Heike Wolf-Nikodem-Eichenhardt. Ingrid Frisch von der Stadtbaudirektion begleitete das Vorhaben. Umgesetzt wurde es durch die GBG Gebäude- und Baumanagement Graz in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt.
Volksschule Reininghaus: Moderner Bildungsbau mit Ökologie
Im neuen Stadtteil entstand mit der Volksschule Reininghaus ein moderner Bildungsbau, der zeitgemäße Pädagogik mit anspruchsvoller Architektur verbindet. Das vom Grazer Büro dreiplus ARCHITEKTEN ZT GmbH geplante Gebäude bietet offene Lernlandschaften, flexible Gemeinschaftsbereiche und begrünte Freiräume.
Photovoltaik, hochwertige ökologische Baustoffe und ein durchdachtes Energiekonzept zeichnen den Bau aus. Die Schule trägt bereits den Qualitätsstandard klimaaktiv Gold.
Auftraggeberin war die Abteilung für Bildung und Integration unter Leitung von Günter Fürntratt.
Stadtbaudirektor Bertram Werle sieht in den beiden Auszeichnungen einen Beleg für den hohen Stellenwert qualitätsvoller Architektur im kommunalen Hochbau. Sie stünden zugleich für erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen städtischen Fachabteilungen, Projektverantwortlichen, Architekten und allen Beteiligten.
Weitere Preisträger
Neben den beiden städtischen Projekten wurden ausgezeichnet:
Montagehalle ganz in Holz, Frauental
Kinderkrippe Gabersdorf
Jesuitenrefektorium, Graz
Kindergarten Mühltal, Leoben
Haus Lojen, Graz - Sonderauszeichnung „GerambRose - Klassiker“
Der Verein BauKultur Steiermark vergibt den Preis alle zwei Jahre und würdigt damit herausragende Leistungen von Bauherren, Architekten und Ausführenden.
Quelle: https://www.graz.at/cms/beitrag/10475517/8106444/Zwei_GerambRosen_fuer_die_Stadt_Graz.html
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