Graz: Kreativquartier in Eberhardt-Halle entsteht

Mona HopfingerMona Hopfinger
Lagerhalle mit gestapelten Ziegelpaketen, Paletten und einer Gruppe von Personen.
© Kuro.Simon, RAWTY _ Design Studio, Stefan Leitner, Hofrichter-Ritter Architekten ZT GmbH

Die ÖWG Wohnbau entwickelt auf dem ehemaligen Hornig-Areal in Graz ein Kreativquartier. In der Eberhardt-Halle soll ein Standort für Kreativ- und Innovationswirtschaft entstehen – durch einen dialogorientierten Prozess mit Fokusgruppen und Stakeholdern.

Die ÖWG Wohnbau setzt bei der Entwicklung der Eberhardt-Halle am früheren Hornig-Gelände in der Grazer Waagner-Biro-Straße auf einen offenen Prozess. Statt eines vorab festgelegten Konzepts werden Fokusgruppen einbezogen, kontinuierlich Gespräche geführt und das Konzept schrittweise weiterentwickelt. Der Prozess dieser kollaborativen Standortentwicklung begann im April 2026, im September folgte die nächste Phase.

Gemeinsam mit KQ Graz wurde eine Kampagne gestartet, die den Entwicklungsprozess öffentlich sichtbar macht. Die Kampagne verleiht dem Vorhaben eine eigene Identität und eine Plattform, um die Entstehung des Kreativquartiers zu begleiten.

Kampagne mit eigener Website und Social Media

Die Grazer Designagentur RAWTY hat die Kampagne KQ Graz entwickelt. Dafür wurden eine eigene Website sowie Social-Media-Kanäle auf Instagram und LinkedIn eingerichtet. Der Claim „Hier entsteht, …“ wird mit verschiedenen Endungen kombiniert: „woran du arbeitest“, „was dich inspiriert“, „was du genießt“, „wofür du brennst“, „worauf du baust“, „worüber man spricht“, „was euch verbindet“, „wonach ihr strebt“ bis hin zu „ein Ort voller Möglichkeiten“.

Im Mittelpunkt steht kein fertiges Endergebnis, sondern ein gemeinsamer Entwicklungsprozess mit Beteiligten aus Kreativwirtschaft, Bildung, Wirtschaft, Industrie, Start-up-Szene und Stadtentwicklung. Die Inhalte entstehen aus dem Austausch und werden in mehreren Schleifen gemeinsam geschärft, geprüft und weiterentwickelt. Ziel ist eine langfristig tragfähige Grundlage für das Kreativquartier.

„Wir haben uns bewusst für diesen aufwendigeren Weg entschieden, um zur bestmöglichen Lösung für diesen Standort zu gelangen“, erklärt DI Hans Schaffer, Vorstandsdirektor von ÖWG Wohnbau. „Das tun wir auch aus Verantwortung gegenüber der Geschichte dieses besonderen Ortes. Gerade bei einem Areal mit diesem Potenzial ist es entscheidend, nicht über die Menschen hinweg zu planen, sondern gemeinsam mit ihnen.“

Eberhardt-Halle: Von Stahl zu Ideen

Als Standort ist die aufgelassene Eberhardt-Halle im nördlichen Teil des Hornig-Areals vorgesehen. Die Halle aus den späten 1950er-Jahren war Sitz der F. Eberhardt Stahlgroßhandel GmbH & Co KG. Bis 2020 wurden dort Stahlbleche, Rohre und Profile gelagert, bewegt und für die weitere Verwendung vorbereitet.

„Diese Halle ist dafür prädestiniert. Dabei wollen wir die bestehende Substanz erhalten und das Innere modular und flexibel auf die Bedürfnisse von Kreativen ausrichten. Für die konkrete Umsetzung werden wir die Köpfe noch rauchen lassen und gemeinsam mit Stakeholder:innen am finalen Konzept eines Orts für Produktion, Gestaltung und Unternehmertum arbeiten“, so Schaffer.

Die rund 3.000 Quadratmeter große Halle soll in ihrer charakteristischen Form erhalten bleiben. Eine im Frühjahr 2026 abgeschlossene statische Prüfung bestätigt die Machbarkeit. Konkrete Nutzungsszenarien und räumliche Konzepte werden derzeit ausgearbeitet und in den laufenden Beteiligungsformaten vertieft, evaluiert und geschärft.

Areal bereits für Zwischennutzungen geöffnet

Das ehemalige Hornig-Firmengelände befindet sich hinter dem Grazer Hauptbahnhof beim alten Wasserturm. 2022 zog der Kaffeehersteller nach Kalsdorf, die ÖWG Wohnbau übernahm das Areal. Dieses liegt in der Grazer Smart City, einem Vorzeigeprojekt für urbanes Design und nachhaltiges Wohnen.

Seit 2024 öffnet die ÖWG Wohnbau das Areal für Zwischennutzungen und stellt kreativen Initiativen kostenfrei Raum zur Verfügung. Damit ist das Gelände bereits vor seiner baulichen Entwicklung ein lebendiger Raum für Kunst, Kultur und Experimente. Im Mai 2024 und 2025 befand sich dort die Festivalzentrale des Designmonats Graz. Zahlreiche Künstler und Initiativen haben den Ort bereits genutzt und bespielt.

Weitere Schritte folgen

Die Entwicklung wird in den kommenden Monaten im Rahmen weiterer Fokusgruppen, Gespräche und Evaluierungsrunden fortgesetzt. Die Ergebnisse fließen in die weitere Ausarbeitung ein.

Mit diesem schrittweisen, partizipativen und ergebnisoffenen Zugang verfolgt die ÖWG Wohnbau das Ziel, ein tragfähiges und identitätsstiftendes Kreativquartier für Graz zu entwickeln – bei gleichzeitig bewusst zurückhaltender Vorfestlegung einzelner Details.

„Die robuste Architektur und der offene Grundriss bieten ideale Voraussetzungen für die Transformation. Was früher ein Umschlagplatz für Stahl war, wird künftig zum Umschlagplatz für Ideen, Wissen und Innovation“, so Schaffer abschließend.

Quelle: https://oewg.at/ueber-uns/presse/presse-detail/vom-industrieraum-zum-moeglichkeitsraum-oewg-wohnbau-startet-einzigartigen-dialogbasierten-entwicklungsprozess-fuer-die-eberhardt-halle

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