Graz richtet 2029 Planetenforschungs-Kongress aus

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat den Zuschlag für die Ausrichtung des „Europlanet Science Congress“ erhalten. Rund 1.500 Forschende aus aller Welt werden im September 2029 in der steirischen Landeshauptstadt erwartet.

Zum ersten Mal wird Österreich Austragungsort des „Europlanet Science Congress“ (EPSC) sein. Das Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) erhielt den Zuschlag für die Organisation des internationalen Gipfeltreffens. Etwa 1.500 Planetenwissenschafterinnen und -wissenschafter aus allen Teilen der Welt nehmen jährlich an dieser Veranstaltung teil.

Die Bewerbung wurde von Joanneum Research, der Messe Graz und Graz Tourismus unterstützt. Der Kongress ist für den Zeitraum vom 9. bis 14. September 2029 angesetzt und wird in der Messe Graz stattfinden.

Ausstellung für die Öffentlichkeit geplant

Neben dem wissenschaftlichen Austausch soll auch die Öffentlichkeit angesprochen werden. Geplant ist eine IWF-Ausstellung über aktuelle und künftige ESA-Missionen mit österreichischer Beteiligung, wie die ÖAW mitteilte.

Kotrschal veröffentlicht Buch über Mensch-Tier-Beziehung

Der österreichische Verhaltensforscher Kurt Kotrschal legt eine neue Publikation vor. In seinem Buch beschäftigt sich der Wolfsexperte und Professor im Ruhestand der Universität Wien mit dem Verhältnis von Menschen und Tieren jenseits von Romantisierung, Nutzen und moralischer Empörung.

Das Werk trägt den Titel „Unser Recht auf ein Leben mit Tieren - Reden wir über Hunde, Katzen, Vögel, Fische und das liebe Vieh“ und erscheint am 5. Oktober im Residenz Verlag. Der Mitbegründer des Wolf Science Center Ernstbrunn in Niederösterreich bezieht sich dabei auf Erkenntnisse aus Psychologie, Biologie und Ethik. Kotrschal ist seit über 20 Jahren als Autor populärwissenschaftlicher Bücher tätig.

Digitaler Zwilling für Gletschermumie Ötzi

Zum 35. Jahrestag der Entdeckung der Gletschermumie „Ötzi“ präsentiert das Südtiroler Archäologiemuseum einen digitalen Zwilling. Die Mumie war am 19. September 1991 gefunden worden.

Die virtuelle Rekonstruktion wurde in Submillimeter-Auflösung von einem Team unter der Leitung des Archäologen Luca Bezzi angefertigt. Das umfassende Datenmaterial basiert auf dreidimensionalen CT-Daten und erlaubt den Blick in das Innere der über 5.000 Jahre alten Mumie. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „Heritage“ vorgestellt.

„Mit dem Zwilling entsteht ein vielseitiges Werkzeug für konservatorische, archäologische und forensische Fragestellungen“, wird Bezzi in einer Aussendung zitiert. Das ermöglicht neue Einsichten, ohne den fragilen Körper aus seiner Kühlkammer entnehmen zu müssen. Auch die zahlreichen Funde, die neben dem Leichnam geborgen wurden, sind detailliert einsehbar.

Forschung zu SARS-CoV-2-Spike-Protein

Ein Team der Universität Linz (JKU) und der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien hat sich mit den verschiedenen Variationen des Spike-Proteins des SARS-CoV-2-Erregers auseinandergesetzt. Im Fachmagazin „Advanced Science“ berichtet die Gruppe über neue Einsichten in die unterschiedlichen Strategien der Strukturen, mit denen die Viren an den ACE2-Rezeptoren menschlicher Zellen andocken.

„Indem wir einzelne Spike-Proteine bei ihren Bewegungen beobachtet und einzelne Bindungsereignisse gemessen haben, konnten wir zeigen: Die Virusvarianten Delta und Omikron entwickelten unterschiedliche Lösungen für dieselbe Aufgabe“, wird JKU-Forscher Peter Hinterdorfer in einer Aussendung der Linzer Universität zitiert.

Untersucht wurden neben der ursprünglichen Wuhan-1-Variante auch Alpha, Beta, Gamma, Delta sowie diverse Omikron-Untervarianten (BA.1, BA.2, BA.5, XBB.1.5 und JN.1). Die Analysen zeigten, dass das Delta-Spike besonders gut für eine mehrfache Bindung angepasst war. Omikron brauchte länger, band sich aber stärker, so Hinterdorfer.

Die anfänglich biegsamen Spikes wurden mit der Zeit steifer, was mehrfaches Andocken erleichterte. Bei der Omikron-Variante wurde das Protein sehr kompakt. Das erlaubte nur noch punktuellen Kontakt, die Verbindung hielt aber stabiler, berichten die Forschenden.

Quelle: APA

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