Graz99ers sehen sich nicht als Favorit der ICE-Liga

Die ICE-Eishockeyliga startet am Freitag mit 14 Teams in die neue Saison. Titelverteidiger Graz99ers rechnet sich trotz des historischen Triumphs im Vorjahr keine Favoritenrolle aus. Der Meister musste sein Budget kürzen und verlor wichtige Leistungsträger.
Mit dem Start der neuen ICE-Eishockeyliga-Saison am Freitag wächst die Liga wieder auf 14 Mannschaften an. Möglich wird das durch den Einstieg des HC Milano, der die grenzüberschreitende Meisterschaft erstmals seit der Saison 2022/23 wieder auf diese Teilnehmerzahl bringt. Zum Auftakt warten gleich zwei hochkarätige Begegnungen: Der HC Pustertal empfängt in einer Neuauflage des Vorjahresfinales die Graz99ers, während Salzburg auf den KAC trifft.
Sorgen um den VSV überschatten Saisonauftakt
Die Vorfreude auf die neue Spielzeit wurde zuletzt von Problemen abseits des Eises getrübt. Der Villacher SV hatte mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, wodurch die Teilnahme an der Saison lange ungewiss war. Erst drei Tage vor dem Auftakt konnte der Traditionsverein seine Zukunft für die laufende Meisterschaft absichern.
Ebenfalls kurz vor Saisonbeginn sorgte ein weiterer Vorfall für Schlagzeilen: Kilian Zündel wurde wegen eines Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen von den Graz99ers fristlos entlassen.
Titelverteidiger startet mit verändertem Kader
Nach dem erstmaligen Meistertitel der Vereinsgeschichte mussten die Graz99ers ihr Budget reduzieren und mehrere Leistungsträger ziehen lassen. Unter anderem verließen Play-off-MVP Lukas Haudum, Kapitän Korbinian Holzer sowie die Verteidiger Nick Bailen und Kasper Kotkansalo den Club.
Daher sehen sich die Steirer nicht als Topfavorit. Trainer Dan Lacroix verweist darauf, dass sein Team bereits in der vergangenen Saison nicht zum engsten Favoritenkreis gezählt hatte und dennoch den Titel gewinnen konnte.
Sportdirektor Philipp Pinter erwartet einen besonders engen Kampf um die direkten Play-off-Plätze. Als starke Konkurrenten nennt er unter anderem Salzburg, den KAC, die Südtiroler Clubs Bozen und Pustertal sowie den Liga-Neuling Mailand. Auch die Vienna Capitals und die Black Wings Linz schätzt er stark ein.
Salzburg und KAC peilen Wiedergutmachung an
Für Salzburg verlief die vergangene Saison enttäuschend. Nach vier Meistertiteln in Folge war bereits im Viertelfinale Endstation. Mit dem neuen Cheftrainer Alan Letang und mehreren Neuzugängen wollen die Red Bulls nun wieder ganz vorne angreifen.
Auch der KAC möchte nach dem frühen Play-off-Aus den Weg zurück an die Spitze finden. Trotz einiger personeller Veränderungen setzt der Rekordmeister weiterhin auf Kontinuität innerhalb des Kaders, um möglichst rasch wieder um den Titel mitzuspielen.
Die Vienna Capitals werden ebenfalls stärker eingeschätzt als zuletzt. Unter Trainer Mike Stewart sowie durch Verpflichtungen wie Nick Bailen und Konstantin Komarek sollen die Wiener wieder eine größere Rolle im Titelrennen spielen.
Freiluft-Spektakel in Bischofshofen geplant
Ein besonderes Saisonhighlight wartet Ende Jänner. Am 30. und 31. Jänner werden im Rahmen der „Mountain Classic“ zwei Freiluftspiele bei der Skisprungschanze in Bischofshofen ausgetragen.
Am Samstag treffen der VSV und die Black Wings Linz aufeinander. Einen Tag später kommt es zum Traditionsduell zwischen Salzburg und dem KAC. Salzburg-Stürmer Peter Schneider, der bereits in Nordamerika Erfahrungen mit Outdoor-Spielen gesammelt hat, erwartet ein außergewöhnliches Erlebnis für Spieler und Fans.
Neue Overtime-Regel eingeführt
Für zusätzliche Attraktivität in Verlängerungen soll künftig die sogenannte „No-Return-Regel“ sorgen. Sie wurde bereits erfolgreich in der Champions Hockey League getestet.
Dabei dürfen Mannschaften in der Overtime, die mit drei Feldspielern pro Team ausgetragen wird, den Puck nach einer kontrollierten Angriffsaktion nicht mehr ins Mitteldrittel zurückspielen. Bei einem Verstoß erfolgt ein Bully in der eigenen Verteidigungszone.
Spielmodus bleibt unverändert
Trotz der Aufstockung auf 14 Teams bleibt der Modus unverändert. Nach einer doppelten Hin- und Rückrunde mit 52 Spielen pro Mannschaft bis zum 24. Februar qualifizieren sich die ersten sechs Teams direkt für das Viertelfinale.
Die Mannschaften auf den Plätzen sieben bis zehn kämpfen anschließend in einem Pre-Play-off im Modus „Best of Three“ um die verbleibenden beiden Viertelfinalplätze. Die Play-off-Serien werden wie gewohnt im Modus „Best of Seven“ ausgetragen.
Der neue Meister wird spätestens am 23. April 2027 feststehen. Der ORF begleitet die Saison mit insgesamt 30 Live-Übertragungen.
Quelle: APA
Worüber spricht Graz morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.