Grazer Studenten holen erneut Europameistertitel im Raketenbau

Mona HopfingerMona Hopfinger
EUROC Award Gewinnerteam mit österreichischer Flagge vor der Bühne
© Aerospace Team Graz

Das Aerospace Team Graz hat bei der European Rocketry Challenge 2026 in Portugal den Gesamtsieg errungen. Mit der Rakete HARPIA verteidigte das an der TU Graz ansässige Team seinen Vorjahreserfolg.

Das Aerospace Team Graz ist zum zweiten Mal in Folge Europameister im Raketenbau. Bei der European Rocketry Challenge 2026 (EuRoC) in Portugal sicherte sich das Studierendenteam mit seiner Rakete HARPIA den EuRoC Award für die Gesamtwertung. Damit wiederholte die Mannschaft ihren Triumph aus dem Jahr 2025.

Zusätzlich zum Gesamtsieg gewann das Team die Kategorie Liquid 9 km. Diese Wertung ist für Raketen mit Flüssigtreibstoff-Antrieb und einer Zielflughöhe von 9000 Metern ausgeschrieben. Das Team setzt sich aus Mitgliedern mehrerer Grazer Universitäten und verschiedener Fachrichtungen zusammen und ist an der TU Graz beheimatet.

Präziser Flug und Bergung

Beim Wettbewerbsflug am 17. Oktober erreichte HARPIA eine selbst gemessene Höhe von 9417 Metern. Die offiziell gewertete Flughöhe betrug 9196 Meter und lag damit sehr nahe an der Zielvorgabe. Nach dem Aufstieg entfalteten sich beide Fallschirme planmäßig. Die Rakete konnte nach der Landung mit lediglich minimalen Beschädigungen geborgen werden.

In die Gesamtwertung flossen neben dem möglichst präzisen Erreichen der vorgegebenen Flughöhe auch die technische Dokumentation, eine Präsentation sowie die Teamarbeit ein.

Premiere für Flüssigtreibstoff-Antrieb

Zur Leistung des Teams zählte die Eigenentwicklung des Antriebs. Während in früheren Projekten Feststoff- und Hybridantriebe verwendet wurden, kam heuer erstmals ein Flüssigtreibstoff-Antrieb zum Einsatz. Als Brennstoff diente Isopropanol, als Oxidator fungierte Lachgas.

Das Triebwerk verfügt über eine regenerativ gekühlte Brennkammer. Dabei nimmt der Brennstoff zunächst Wärme aus der Brennkammer auf, bevor er darin verbrannt wird. Dieses Verfahren schützt die Bauteile vor den hohen Betriebstemperaturen.

Die Aerostruktur – also die tragende Struktur und Außenhülle der Rakete – wurde vom Team selbst entworfen und gefertigt. Auch Elektronik, Software und Fallschirmsystem entwickelte die Mannschaft in Eigenregie. Unterstützt wird das Aerospace Team Graz von Sponsoren und Partnern, die Materialien, Bauteile, Arbeitsräume und Testgelände bereitstellen, bei der Fertigung helfen oder Dienstleistungen und finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.

Das Aerospace Team Graz ist eines von zahlreichen erfolgreichen Studierendenteams an der TU Graz, in denen interdisziplinär und universitätsübergreifend gearbeitet wird. Dazu gehören etwa das TU Graz Racing Team, das in der Formula Student antritt, die LosFuzzys, die an internationalen IT-Security-Wettbewerben teilnehmen, das HyRaceA Hydrogen Racing Team mit seinem wasserstoffbetriebenen RC-Rennwagen, mehrere Robotik-Teams sowie das High Performance Sailing Team.

Quelle: https://www.tugraz.at/news/artikel/aerospace-team-graz-european-rocketry-challenge-2026

Worüber spricht Graz morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.