Greenpeace fordert OMV-Ausstieg aus Öl und Gas

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace verlangt von der neuen OMV-Chefin Emma Delaney einen radikalen Kurswechsel. Der Konzern solle keine neuen Öl- und Gasfelder mehr erschließen und die Plastikproduktion beenden.

Zum Amtsantritt von Emma Delaney als neue Vorstandsvorsitzende der OMV im September 2026 fordert Greenpeace eine grundlegende Neuausrichtung des Energiekonzerns. Die Organisation verlangt den Stopp der Erschließung neuer Öl- und Gasfelder, den Ausstieg aus der umweltschädlichen Plastikproduktion sowie die vollständige Aufklärung der PFAS-Belastung am Standort Schwechat.

Die Umweltschutzorganisation sieht in der neuen Führung eine Chance für eine radikale Transformation. Eine konsequente Abkehr vom Geschäft mit fossilen Energien sei längst überfällig. Die vergangenen Monate hätten die Folgen der fossilen Abhängigkeit deutlich gemacht: Instabile Märkte würden Menschen mit hohen Energiepreisen belasten, die Klimakrise zeige sich in Hitzewellen und Dürren.

Fossile Projekte überschreiten Klimaziele

„Fossile Energiekonzerne haben ein Ablaufdatum. Je schneller Emma Delaney das erkennt und die OMV in eine nachhaltige Zukunft mit Fokus auf Erneuerbare Energien lenkt, desto besser“, erklärt Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace in Österreich. Delaney müsse die Zukunftsfähigkeit der Lebensgrundlage über fossile Kurzzeitgewinne stellen.

Analysen der Vereinten Nationen und der Internationalen Energieagentur zeigen laut Greenpeace, dass die weltweit geplanten Öl- und Gasprojekte das verbleibende CO₂-Emissionsbudget zur Einhaltung des 1,5-Grad-Pfads deutlich überschreiten. Neue Förderinfrastruktur halte die Welt auf Jahrzehnte in der Abhängigkeit von fossilen Energien fest.

Ausstieg aus Plastikproduktion gefordert

Greenpeace sieht auch bei der Plastikproduktion Handlungsbedarf. Die OMV hält 50 Prozent der Anteile am Plastikhersteller Borouge International. Unter der neuen Führung müsse der Konzern die Produktion von Einwegplastik beenden.

„Der Umstieg auf Plastikproduktion ist keine nachhaltige Alternative zu Öl und Gas. Die Umweltverschmutzung durch Plastikmüll und die hohen Emissionen der Produktion belasten unsere Lebensgrundlage“, so Duregger. Die OMV müsse ihr Geschäftsmodell auf den Ausbau erneuerbarer Energien umstellen.

Transparenz bei PFAS-Belastung verlangt

Bei der PFAS-Belastung rund um den OMV-Standort in Schwechat fordert Greenpeace rasche Aufklärung durch die neue Konzernchefin. Die Organisation verlangt volle Transparenz über alle bisherigen Messungen und das Ausmaß der Belastung sowie unabhängige Untersuchungen in den betroffenen Gebieten.

„Es darf nicht von privaten Wasserproben und Zufallsfunden abhängen, ob Menschen erfahren, dass ihr Wasser mit Ewigkeitsgiften belastet ist“, erklärt Duregger. Delaney müsse die Karten auf den Tisch legen und dafür sorgen, dass die PFAS-Belastung lückenlos aufgeklärt werde. Die Menschen in Mannswörth hätten ein Recht darauf zu wissen, was über Jahrzehnte in ihre Umwelt gelangt sei.

Quelle: OTS

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