Greenpeace klagt wegen Asbest auf Friedensburg Schlaining

Pia ProdingerPia Prodinger
Asbestfasern im Burgen-Sand: Analyse zeigt 20-50% Asbestgehalt
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht Burgenland gegen die Landesimmobilien Burgenland eingereicht. Neue Analysen belegen eine akute Asbestgefahr auf der Friedensburg Schlaining.

Greenpeace hat vier neue Analyseergebnisse präsentiert, die nach Angaben der Umweltschutzorganisation auf eine akute Asbestbelastung bei der Friedensburg Schlaining hinweisen. Damit widerspricht Greenpeace der Entwarnung der Landesimmobilien Burgenland (LIB) vom 4. August 2026. Die Organisation verlangt daher eine sofortige Sperre des Areals für Veranstaltungen.

„Wir haben neue Proben bei der Friedensburg Schlaining entnommen, die eine deutliche Belastung der Luft mit Asbestfasern zeigen“, erklärte Umweltchemiker Herwig Schuster von Greenpeace Österreich. Seinen Angaben zufolge seien jährlich rund 60.000 Besucherinnen und Besucher, darunter zahlreiche Kinder, einer vermeidbaren Belastung ausgesetzt. Besonders kritisch sei zudem die Situation für die Beschäftigten auf dem Burggelände.

Hohe Asbestwerte in Material- und Staubproben

Die neuen Untersuchungen umfassen zwei Materialproben sowie zwei Staubproben, die auf dem Gelände der Burg entnommen wurden. In einer Schotterprobe aus dem Innenhof beim Restaurant wurden laut Greenpeace Asbestanteile von 20 bis 50 Prozent festgestellt. Eine weitere Probe aus dem Bereich vor den Sanitäranlagen wies demnach einen Asbestgehalt von fünf bis 20 Prozent auf.

Auch die beiden Staubproben aus dem Innenhof zeigten nach Angaben der Organisation erhöhte Belastungen. Die auf Kopfhöhe an einem Schild entnommenen Proben enthielten demnach 40 beziehungsweise 120 Asbestfasern pro Quadratzentimeter. Greenpeace betont, dass sich mit solchen Oberflächenproben eine Belastung der Umgebungsluft eindeutig nachweisen lasse.

Kritik an Behörden und Taskforce

Angesichts der Messergebnisse fordert Greenpeace eine umgehende Totalsperre der Friedensburg, bis eine umfassende Sanierung abgeschlossen ist.

„Die burgenländische Taskforce hat beim Entfernen von Asbest und beim Schutz der Bevölkerung an besonders sensiblen Orten komplett versagt“, kritisierte Schuster. Auch Monate nach Bekanntwerden des Problems befinde sich im Burgenland noch immer asbestbelasteter Schotter in der Nähe von Kindergärten und Freizeiteinrichtungen.

Die für Luftreinhaltung zuständige Landesrätin Anja Haider-Wallner müsse nun Maßnahmen setzen und eine Sperre des Burgareals veranlassen, bis die Sanierung abgeschlossen sei. Laut Greenpeace dürfe sich die Politik nicht länger auf die Einschätzungen der Taskforce verlassen.

Beschwerde wegen verweigerter Auskunft

Nach der von den Landesimmobilien Burgenland veröffentlichten Entwarnung hatte Greenpeace auf Basis des Informationsfreiheitsgesetzes Auskunft darüber verlangt, welche Fachfirma für die zugrunde liegende Bewertung verantwortlich war. Zudem ersuchte die Organisation um Einsicht in das entsprechende Gutachten.

Die LIB verweigerte die Herausgabe der Informationen mit Verweis auf Datenschutzbestimmungen. Da die Landesimmobilien Burgenland vollständig im Eigentum des Landes Burgenland stehen, hat Greenpeace nun nach eigenen Angaben über einen Rechtsanwalt Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht Burgenland eingebracht. Damit soll die Herausgabe der angeforderten Unterlagen erreicht werden.

Quelle: OTS

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