Greenpeace lobt Wien und kritisiert Burgenland bei Asbest

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace übt scharfe Kritik am Umgang des Burgenlandes mit asbestbelasteten Flächen. Gleichzeitig wird Wien für die rechtkonforme Sanierung von zwei Asphaltflächen gelobt.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat den Umgang des Landes Burgenland mit asbestbelasteten Flächen scharf kritisiert und gleichzeitig das Vorgehen der Stadt Wien gelobt. Die Bundeshauptstadt saniert derzeit erstmals zwei asbesthaltige Asphaltflächen im 13. und 15. Bezirk unter strengen Schutzauflagen für Arbeiterinnen, Arbeiter und Anrainerinnen und Anrainer. Im deutlich stärker belasteten Burgenland fehlt dagegen auch nach Monaten ein einheitliches, rechtskonformes Sanierungsprozedere.
Greenpeace liegen Hinweise auf mutmaßlich rechtswidrige Arbeiten auf der Friedensburg Schlaining vor. Die Organisation hat deshalb eine Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz an die Landesimmobilien Burgenland (LIB) gestellt. Greenpeace fordert die burgenländische Landesregierung auf, umgehend ein verbindliches Sanierungsprozedere nach Wiener Vorbild für das gesamte Bundesland einzuführen.
Vorwürfe gegen Friedensburg Schlaining
Stefan Stadler, Sprecher des Investigativ-Teams von Greenpeace Österreich, beschreibt die Unterschiede drastisch: „In Wien tragen die Arbeiterinnen und Arbeiter Schutzanzüge und Atemschutz, die Baustelle ist mit Planen abgeschirmt. Auf der burgenländischen Friedensburg Schlaining schaufeln Arbeiter laut Zeugenberichten bei starker Staubentwicklung asbesthaltigen Schotter ohne Maske. Es ist erschreckend, wie leichtfertig hier mit der Gesundheit von Menschen umgegangen wird.“
Laut besorgten Bürgerinnen und Bürgern soll auf der Friedensburg Schlaining alles eingestaubt worden sein. Für Arbeiterinnen, Arbeiter, Besucherinnen, Besucher und Anrainerinnen und Anrainer habe es kaum Schutz gegeben. Auch von Einschüchterungsversuchen ist die Rede.
Strenge Vorschriften gelten auch im Burgenland
Asbestfasern sind krebserregend und mit freiem Auge unsichtbar. Einmal eingeatmet, setzen sie sich in der Lunge fest und können Lungen-, Kehlkopf- oder Brustfellkrebs sowie Asbestose auslösen. Die Grenzwerteverordnung (GKV) regelt Arbeiten mit Asbest deshalb streng: Eine fachkundige Person muss vorab prüfen, nur behördlich registrierte Firmen dürfen sanieren, die Arbeiten sind beim Arbeitsinspektorat zu melden und der Bereich ist abzusperren.
Mit rund 40 Fragen an die Landesimmobilien Burgenland will Greenpeace nun Klarheit schaffen. Auskunft verlangt die Organisation auch zur Joseph Haydn Privathochschule in Eisenstadt, die ebenfalls der LIB gehört.
Wien als Vorbild
In Wien werden Asbestflächen systematisch gesucht, in Karten erfasst, gesichert und saniert. Das Burgenland müsse diesem Beispiel folgen und alle Asbestarbeiten auf Landesliegenschaften offenlegen, fordert Greenpeace. „Im Burgenland wird weggeschaut und weggeduckt. Ob man vor Asbest geschützt wird, darf nicht davon abhängen, wo man wohnt“, sagt Stadler.
Mittlerweile hat sich im Burgenland die Bürgerinnen- und Bürgerinitiative „Zukunft Asbestfrei“ gegründet, die Betroffene unterstützt. Die Initiative fordert von der Landesregierung Transparenz, Aufklärung und finanzielle Hilfen für Betroffene.
Quelle: OTS
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