Greenpeace ortet Asbest bei Ausflugszielen im Burgenland

Mathias FischerMathias Fischer
Laborprobe und Becher vor einer Burg mit Wachturm und Vorsichtsschild
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Umweltschutzorganisation hat mehrere Freizeiteinrichtungen im Burgenland untersucht und dabei erhöhte Asbestwerte festgestellt. Betroffen sind unter anderem die Burgen Schlaining und Lockenhaus sowie mehrere Wanderwege.

Greenpeace hat nach eigenen Angaben bei Untersuchungen an mehreren Ausflugszielen im Burgenland erhöhte Asbestbelastungen nachgewiesen. Die Organisation prüfte aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung Freizeiteinrichtungen und ließ Proben im Labor analysieren. Die Ergebnisse wiesen Asbestgehalte von bis zu 50 Prozent auf.

Zu den betroffenen Standorten zählen der Burgparkplatz und die Innenhöfe der Burg Schlaining im Bezirk Oberwart sowie zwei Wanderwege in der Nähe. Auch der Parkplatz und Innenhof der Burg Lockenhaus, der Burgseeparkplatz bei der Burg Lockenhaus und eine Schotterfläche vor der Aussichtswarte Geschriebenstein seien belastet.

Forderung nach Sanierung und Hilfsgeldern

Die Umweltschutzorganisation fordert rasche Sanierungen und Sofortmaßnahmen auf den betroffenen Flächen. Asbest im Schotter habe besonders bei Trockenheit ein hohes Schadstoffpotenzial, warnte Greenpeace. Bereits eine geringe Belastung reiche aus, um krebserregende Fasern freizusetzen. Zudem könnten Asbestfasern über Schuhsohlen in Innenräume und Autos verschleppt werden.

Stefan Stadler von Greenpeace erklärte, die Organisation fordere die dauerhafte Schließung der Asbest-Steinbrüche sowie deren Umwandlung in Asbestdeponien. Außerdem müsse Kanzler Christian Stocker (ÖVP) rasch Hilfsgelder aus dem Katastrophenfonds für die Betroffenen des Asbest-Skandals bereitstellen.

Taskforce weist Vorwürfe zurück

Die vom Land Burgenland eingesetzte Taskforce wies die Vorwürfe zurück. Aus den Untersuchungen, wie Greenpeace sie durchführe, könne keine Gesundheitsgefährdung abgeleitet werden. Mit Verweis auf die Rechtsgrundlage auf europäischer Ebene erklärte die Taskforce gegenüber der APA, dass in 1.000 Kilogramm Gesteinsmaterial 1 Kilogramm reines Asbest enthalten sein darf, bevor Maßnahmen zur Vorbeugung gegen eine Gesundheitsgefährdung gesetzt werden müssen.

Das Herauspicken einzelner Steine, wie von Greenpeace praktiziert, bringe keine wissenschaftlich normgerechten und aussagekräftigen Ergebnisse, wurde betont. Generell sei der jeweilige Grundeigentümer für das Gesteinsmaterial auf den Wegen oder Parkplätzen verantwortlich und könne dieses von einem Labor normgerecht untersuchen lassen. Erst wenn ein valides Ergebnis vorliege, könne eine Aussage über den möglichen Asbestgehalt im Gestein getroffen werden. Entsprechende Beprobungen werden im Burgenland immer wieder durchgeführt, so die Taskforce.

Quelle: APA

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