Großbrand bei Umweltdienst in Mitterpullendorf

Mathias FischerMathias Fischer
Brand im Recyclinghof mit großer Rauchwolke und Flammen.
© Feuerwehr Oberpullendorf

Ein Ballenlager beim Umweltdienst Burgenland in Mitterpullendorf stand am Sonntag in Vollbrand. Sieben Feuerwehren mit 140 Mitgliedern kämpften gegen die Flammen, die Alarmstufe wurde auf B3 erhöht.

Am 11. Oktober 2026 brach beim Umweltdienst Burgenland in Mitterpullendorf ein Feuer in einem Ballenlager aus. Wegen der massiven Hitze und der dichten Rauchschwaden wurde die Alarmstufe rasch auf B3 angehoben. Insgesamt rückten sieben Feuerwehren mit 140 Einsatzkräften und 18 Fahrzeugen aus.

Neben den Feuerwehren waren auch vier Polizisten der Inspektionen Oberpullendorf und Lockenhaus sowie fünf Mitarbeiter des Roten Kreuzes vor Ort. Bezirksfeuerwehrkommandant LBDS Martin Reidl verschaffte sich persönlich einen Überblick über die Situation.

Von B1 auf B3 hochgestuft

Zunächst wurde die Feuerwehr Oberpullendorf mit Alarmstufe B1 alarmiert. Die Lage verschärfte sich jedoch schnell, sodass die Stufe auf B3 erhöht und die Wehren Unterpullendorf, Steinberg und Dörfl nachgefordert wurden. Im Verlauf des Einsatzes folgten auch die Feuerwehren Stoob, Neutal und Draßmarkt.

ABI Andreas Kuzmits übernahm die Einsatzleitung. Um die komplexen Aufgaben zu koordinieren, wurde der Einsatz in zwei Abschnitte unterteilt: Brandbekämpfung und Wasserversorgung. Für die Wasserversorgung war BR Gerald Schmidt verantwortlich.

Schwierige Löscharbeiten wegen Kunststoffbränden

Die Löscharbeiten gestalteten sich anfangs äußerst schwierig. Brennender, gepresster Kunststoff- und Plastikmüll erzeugte extreme Hitze und dichten Rauch, was einen direkten Angriff auf den Brandherd zunächst unmöglich machte. Die Einsatzkräfte gingen daher mit Sicherheitsabstand und großen Wassermengen vor.

Später konnte die Brandbekämpfung von drei Seiten mit mehreren Strahlrohren unter Atemschutz verstärkt werden. Die Feuerwehren arbeiteten Hand in Hand, um die Flammen einzudämmen und die Brandlast Schritt für Schritt zu verringern.

Die Feuerwehr Oberpullendorf richtete die Einsatzleitstelle ein und baute einen Atemschutzsammelplatz auf. Mehrfach wurden die Gruppenkommandanten zu Lagebesprechungen zusammengerufen, um das weitere Vorgehen abzustimmen und die Maßnahmen an die aktuelle Lage anzupassen.

Komplexe Wasserversorgung organisiert

Ein zentraler Punkt war die Sicherstellung ausreichender Wassermengen für die zahlreichen Löschgeräte.

Die Feuerwehr Unterpullendorf entnahm Wasser beim Abwasserverband aus einem Klärbecken und versorgte damit das Rüstlöschfahrzeug der Feuerwehr Stoob. Dieses unterstützte die Brandbekämpfung mit einem Außenangriff über C-Rohre.

Die Feuerwehr Dörfl zapfte Wasser aus einem Bach an und versorgte so das Tanklöschfahrzeug 4000 der Feuerwehr Oberpullendorf, das wiederum die Drehleiter speiste.

Das Rüstlöschfahrzeug der Feuerwehr Steinberg und das Tanklöschfahrzeug 2000 der Feuerwehr Unterpullendorf setzten weitere Strahlrohre ein. Das Rüstlöschfahrzeug der Feuerwehr Oberpullendorf kam mit seinem Wasserwerfer zum Einsatz. Diese Fahrzeuge wurden über Hydranten versorgt.

Durch das abgestimmte Zusammenspiel der verschiedenen Versorgungswege war die kontinuierliche Wasserversorgung aller Löschgeräte gewährleistet.

Aufwendige Nachlöscharbeiten mit Bagger

Nach dem Ablöschen der Ballen unterstützte der Umweltdienst Burgenland die Nachlöscharbeiten mit einem Bagger. Die abgelöschten Ballen wurden zerteilt, in Mulden geladen und mit LKW abtransportiert. Während des Verladens wurden die Ballen wiederholt bewässert und nachgelöscht, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.

Am Abladeplatz übernahm die Feuerwehr Draßmarkt mit ihrem Tanklöschfahrzeug und unter Atemschutz die Kontrolle der transportierten Ballen sowie erforderliche Nachlöscharbeiten.

Auch der Umweltschutz stand im Fokus: Kontaminiertes Löschwasser wurde während des Einsatzes wiederholt von zwei Pumpwägen des Abwasserverbandes abgesaugt, um eine mögliche Umweltbelastung zu reduzieren.

Koordination über Funk und persönliche Abstimmung

Die Kommunikation zwischen den eingesetzten Feuerwehren erfolgte überwiegend über eine Ausweichsprechgruppe sowie durch persönliche Abstimmungen vor Ort. Aufgrund der überschaubaren Kommunikationslage war keine zusätzliche Arbeitssprechgruppe erforderlich. Die Atemschutztrupps kommunizierten über DMO.

Regelmäßige Lagebesprechungen bei der Einsatzleitstelle ermöglichten eine laufende Abstimmung der Brandbekämpfung, der Wasserversorgung und der umfangreichen Nachlöscharbeiten.

Der Einsatz in Mitterpullendorf zeigte die Bedeutung einer gut abgestimmten Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren, dem Umweltdienst Burgenland, dem Abwasserverband, der Polizei und dem Roten Kreuz. Gerade bei Bränden mit großen Mengen an brennbarem Material und möglicher Umweltgefährdung sind eine koordinierte Einsatzführung und eine durchdachte Einsatztaktik entscheidend.

Feuerwehrleute mit Schläuchen und Helm vor einem Feuerwehrauto in Wien
© Feuerwehr Oberpullendorf

Quelle: https://www.bfkdo-op.at/2026/10/grossbrand-beim-umweltdienst-burgenland-in-mitterpullendorf

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