Grüne Bäuerinnen und Bauern treten zur LK-Wahl an

Pia ProdingerPia Prodinger
Mann mit Aktenordner vor moderner Architektur in Wien
© kaernten.gruene.at

Die Grünen Bäuerinnen und Bauern haben ihren Wahlvorschlag für die Landwirtschaftskammerwahl 2026 in Kärnten eingereicht. Mit 23 Kandidatinnen und Kandidaten will die Liste ihr Mandat verteidigen.

Die Grünen Bäuerinnen und Bauern gehen mit einer 23-köpfigen Liste in die Landwirtschaftskammerwahl am 25. Oktober in Kärnten. Als Spitzenkandidat führt Dr. Karlheinz Gigler aus Malta die Liste an. Die Gruppierung ist derzeit mit einem Kammerrat in der Landwirtschaftskammer vertreten und will dieses Mandat bei der Wahl verteidigen.

Gigler betonte bei der Listeneinreichung, dass es um eine Interessenvertretung gehe, die wieder die Interessen der bäuerlichen Familienbetriebe in den Mittelpunkt stelle. Faire Bedingungen, transparente Herkunft und die Wertschöpfung am Hof seien zentrale Anliegen.

Vom Nutztierarzt zum Almwirt

Der Spitzenkandidat war bis Juni 2026 als Nutztierarzt tätig und übernahm bereits 1998 den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern. Seither hat er den Hof schrittweise modernisiert und extensiviert. Aus dem ursprünglichen Mischbetrieb entwickelte er einen auf Mutterkuhhaltung spezialisierten Betrieb.

Im Jahr 2005 erwarb Gigler eigene Almflächen, erneuerte die Almgebäude und errichtete eine Kleinsennerei. Für die Stromversorgung der Alm baute er ein eigenes Kleinwasserkraftwerk. Seit der Almsaison 2022 betreibt er die Kleinsennerei selbst und verarbeitet dort Milch zu Butter, Buttermilch, Topfen und Glundnerkäse. Seine große Leidenschaft gilt der Almwirtschaft.

„Ich weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, einen Hof zu führen und Investitionen zu stemmen. Genau diese Perspektive will ich in die Landwirtschaftskammer einbringen“, erklärte Gigler.

Fünf Schwerpunkte im Wahlprogramm

Die Grünen Bäuerinnen und Bauern setzen in ihrem Wahlprogramm auf fünf zentrale Themen. Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie soll sicherstellen, dass Konsumentinnen und Konsumenten wissen, woher ihr Essen kommt.

Für kleinere und mittlere Betriebe fordert die Liste faire Bedingungen. Viele bäuerliche Familienbetriebe stünden unter Druck, während die Wertschöpfung am Hof fehle und die Belastungen steigen würden. Auch bei den Sozialversicherungsbeiträgen seien faire Lösungen notwendig.

Wer nachhaltig wirtschafte und Verantwortung für Natur und Umwelt übernehme, solle dafür auch faire Unterstützung bekommen. Die Liste fordert ein klares Bekenntnis zu Bio-Landwirtschaft von Politik, Wirtschaft und Konsumentinnen und Konsumenten.

Öffentliche Einrichtungen wie Spitäler, Schulen und Pflegeheime geben laut Wahlprogramm jedes Jahr hunderte Millionen Euro für Lebensmittel aus. Dieses Potenzial müsse stärker für die heimische Landwirtschaft genutzt werden. Wenn öffentliches Geld für Lebensmittel ausgegeben werde, solle möglichst viel davon auf den Höfen und in den Regionen ankommen.

Fruchtbare Böden seien die Grundlage für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit. Wenn immer mehr Boden verbaut werde, verliere man die wichtigste Grundlage für die regionale Lebensmittelversorgung. Bodenschutz sei daher auch Landwirtschaftsschutz.

Weitere Kandidatinnen und Kandidaten

Auf Platz 2 der Liste kandidiert Ing. Stefan Payer aus St. Stefan, gefolgt von Dipl. Ing. Olga Voglauer aus Ludmannsdorf/Bilčovs auf Platz 3. Reinhard Stückler aus St. Margarethen tritt auf Platz 4 an, Mag. (FH) Eva-Maria Nuart aus Mittertrixen auf Platz 5.

Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin und Landessprecherin der Grünen Kärnten, betonte die Bedeutung der Wahl. Landwirtschaft sei mehr als ein Wirtschaftszweig. Es gehe darum, wie Nahrungsmittel erzeugt werden, wie mit Ressourcen umgegangen werde und ob bäuerliche Familienbetriebe eine Zukunft hätten. Sie freue sich über die engagierten Kandidatinnen und Kandidaten, die mit viel Erfahrung, Leidenschaft und unterschiedlichen Perspektiven für die Bäuerinnen und Bauern antreten würden.

Quelle: https://kaernten.gruene.at/news/grune-bauerinnen-bauern-reichen-wahlvorschlag-ein

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