Grüne Burgenland: Demokratie braucht Vertrauen und Dialog

Pia ProdingerPia Prodinger
Drei Personen stehen lächelnd in einem hellen Raum, links ein Mann im Anzug, Mitte eine Frau mit Brille und gemustertem Kleid, rechts eine Frau mit Brille und Blazer.
© burgenland.gruene.at

Anlässlich des Internationalen Tags der Demokratie am 15. September betonen die Grünen Burgenland die Bedeutung von Beteiligung und Austausch. In Zeiten von Polarisierung und Fake News sei eine gemeinsame Faktenbasis für den gesellschaftlichen Dialog unverzichtbar.

Die Grünen Burgenland haben zum Internationalen Tag der Demokratie am 15. September darauf hingewiesen, dass eine funktionierende Demokratie nicht nur von Institutionen, sondern vor allem von den Bürgerinnen und Bürgern selbst getragen wird. Besonders in Zeiten von Polarisierung, Fake News und künstlicher Intelligenz seien Vertrauen und eine gemeinsame Basis für den gesellschaftlichen Dialog notwendig.

Offenheit und persönlicher Austausch als Grundlage

Anja Haider-Wallner, Landessprecherin der Grünen und Landeshauptmann-Stellvertreterin, unterstreicht die Wichtigkeit des direkten Kontakts mit den Menschen. „Demokratie lebt von Beteiligung, vom Zuhören und vom persönlichen Austausch“, so Haider-Wallner. Gerade weil Vertrauen in Politik und Institutionen nicht selbstverständlich sei, müsse man offen und ansprechbar bleiben und zeigen, dass Politik keine abgeschlossene Welt sei.

Gemeinsame Faktenbasis als Voraussetzung

Für die Grüne Klubobfrau Margit Paul-Kientzl ist die Frage nach Vertrauen zu einer zentralen Herausforderung der Demokratie geworden. Demokratische Gesellschaften funktionierten nur, wenn Menschen darauf vertrauen könnten, dass Rechte geschützt werden und Institutionen nach gemeinsamen Regeln handeln. Zudem brauche es eine gemeinsame Grundlage an Fakten, über die diskutiert und gestritten werden könne.

„Wenn immer schwerer erkennbar wird, was echt ist, welche Informationen verlässlich sind und welchen Quellen man vertrauen kann, wird auch demokratische Meinungsbildung schwieriger“, erklärt Paul-Kientzl. Dennoch zeigt sie sich optimistisch: Die Demokratie erhebe nicht den Anspruch, perfekt zu sein – und genau das sei ihre Stärke. Sie gebe die Freiheit und die Möglichkeit, Dinge zu verändern, Missstände offen anzusprechen und gemeinsam bessere Lösungen zu finden.

Kompromiss als Stärke, nicht als Schwäche

Landtagsabgeordneter Philip Juranich ergänzt, dass eine funktionierende Demokratie davon lebe, dass unterschiedliche Positionen aufeinandertreffen und ausgehandelt werden. „Demokratie bedeutet nicht, dass wir alle derselben Meinung sein müssen. Im Gegenteil: Sie ist dafür geschaffen, mit unterschiedlichen Interessen, Überzeugungen und Lebensentwürfen umzugehen“, betont Juranich.

Man erlebe aber zunehmend ein Freund-Feind-Denken, bei dem jedes Entgegenkommen als Schwäche betrachtet werde. Dabei sei die Fähigkeit zum Kompromiss keine Schwäche, sondern eine der größten Stärken der Demokratie. Nur so komme man als Gesellschaft gemeinsam weiter.

Freiheit als gemeinsame Aufgabe

Abschließend heben die Abgeordneten hervor, dass noch nie so viele Menschen in unseren Breiten so viele Möglichkeiten gehabt hätten, frei über ihr Leben zu entscheiden, ihre Meinung zu äußern, Politik zu kritisieren und an gesellschaftlichen Entscheidungen mitzuwirken. Diese Freiheit sollte man nicht kleinreden, sondern gemeinsam schützen, nutzen und weiterentwickeln.

Quelle: https://burgenland.gruene.at/news/internationaler-tag-der-demokratie

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