Grüne fordern Aufklärung zu Intendanten-Aus in Graz

Die Grünen verlangen Transparenz beim Wechsel an der Spitze der Oper Graz. Trotz erfolgreicher Bilanz wird der Vertrag von Intendant Ulrich Lenz nicht verlängert – eine Begründung fehlt bis heute. Nun kündigt auch der Ballettdirektor seinen Abgang an.
Der Vertrag von Ulrich Lenz als Intendant der Oper Graz wird nicht verlängert, obwohl seine Amtszeit von Erfolgen geprägt ist. Die Bühnen Graz verkündeten Anfang Juli, dass Lenz nach Ablauf seines Vertrags Ende der Saison 2027/28 nicht weitermachen wird. Gleichzeitig präsentierten sie bereits eine Nachfolgerin. Eine nachvollziehbare Erklärung für die Entscheidung blieb jedoch aus.
Lenz führt das Haus seit 2023. Die vergangene Saison brachte vom Publikum gefeierte Inszenierungen und erfolgreiche Ballettabende. Das Haus erhielt Aufmerksamkeit weit über die Steiermark hinaus. Dennoch endet seine auf fünf Jahre angelegte Intendanz ohne Verlängerung.
Grüne stellen Anfrage an Kulturlandesrat
Veronika Nitsche von den Grünen hat eine schriftliche Anfrage an Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl eingebracht. Sie kritisiert, dass eine Entscheidung dieser Tragweite ohne nachvollziehbare Erklärung erfolgt sei. „Ulrich Lenz führt die Oper Graz künstlerisch erfolgreich und hat dem Haus weit über die Steiermark hinaus Aufmerksamkeit verschafft. Umso mehr braucht eine Entscheidung dieser Tragweite eine nachvollziehbare Erklärung“, so Nitsche. Sonst drohe ein immenser Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust für den Kulturstandort Steiermark.
Die Grünen wollen unter anderem wissen, nach welchen Kriterien die Findungskommission entschieden hat und ob es überhaupt einen Kriterienkatalog gab. Weitere Fragen betreffen die Zusammensetzung der Kommission, die Rolle von Einnahmensteigerungen und Kostenreduktionen sowie mögliche Gespräche des Kulturlandesrats mit Kommissionsmitgliedern.
Die Frage nach Sparvorgaben hat einen konkreten Hintergrund: Bereits zu Jahresbeginn sorgten Kürzungen bei den Bühnen Graz für Unruhe in der steirischen Kulturszene.
Ballettdirektor kündigt ebenfalls Abschied an
Die Debatte verschärft sich durch eine zweite Personalie. Ballettdirektor Dirk Elwert hat angekündigt, die Oper Graz ebenfalls zu verlassen, sobald die Intendanz von Lenz endet. Er begründet seinen Schritt mit Unverständnis über die Entscheidung. Nach eigenen Worten fehlt ihm das Vertrauen in Kulturpolitik und Aufsichtsrat.
Für Nitsche ist das ein ernstes Signal: „Wenn erfolgreiche Künstlerinnen und Künstler das Vertrauen in solche Entscheidungen verlieren, ist das ein ernstes Signal für den Kulturstandort Steiermark.“
Vertrauen als Grundlage für Kulturstandort
Wer Künstlerinnen und Künstler von internationalem Format nach Graz holen wolle, brauche nachvollziehbare Entscheidungen, argumentiert Nitsche. Fehlen diese, verliere der Kulturstandort für künftige Bewerberinnen und Bewerber an Anziehungskraft. Eine Oper lebe nicht nur von Bühne und Orchester, sondern auch vom Vertrauen der Mitarbeitenden und des Publikums.
Nitsche sieht den Kulturlandesrat in der Pflicht: „So ein Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust lässt sich nur stoppen, wenn offengelegt wird, wie diese Entscheidung zustande gekommen ist. Da ist nun der Kulturlandesrat am Zug, mit seinen Antworten für Klarheit zu sorgen.“
Quelle: https://zukunftsteiermark.at/oper-intendanz-graz-transparenz
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