Grüne fordern Bodenschutz nach Dürre-Milliarde

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Grünen in Niederösterreich verlangen nach der historischen Dürre mit einer Milliarde Euro Schaden in der Landwirtschaft rasche Hilfen für Betriebe und ein Ende der „Betonpolitik“. Klubobfrau Helga Krismer kritisiert die Landesregierung scharf.

Die historische Dürre hat in der niederösterreichischen Landwirtschaft einen Gesamtschaden von einer Milliarde Euro verursacht. Die Grünen im NÖ Landtag fordern deshalb schnelle Unterstützung für die betroffenen Betriebe. „Bei Dürre wie bei Hochwasser braucht es Soforthilfen. Die Bäuer:innen, deren Existenzen auf dem Spiel stehen, dürfen nicht allein gelassen werden. Das Paket muss jetzt auf den Tisch – unbürokratisch, treffsicher und rasch“, erklärt Klubobfrau Helga Krismer.

Im Ö1-Sommerinterview der Landeshauptfrau habe Krismer die Benennung der Realität vermisst. Sie erwarte sich von Johanna Mikl-Leitner und Udo Landbauer endlich die Einsicht, dass es sich bei Dürre, Hitze und Hochwasser nicht um biblische Plagen handle, die schicksalhaft hereinbrechen. „Das sind die Gesichter der Klimakrise – und sie werden von Jahr zu Jahr härter, solange die Schwarz-Blaue Landesregierung mit rotem Beiwagen Klimaschutz als Randnotiz behandelt“, so die Grünen-Politikerin.

Versicherungen und Budgets am Limit

Das bisherige System der Schadensabwicklung stoße an seine Grenzen, warnt Krismer. Die Versicherungen würden diese Schäden nicht mehr stemmen können, die öffentlichen Budgets ebenso wenig. Eine Milliarde heuer, die Hochwasserschäden von 2024 noch nicht verdaut – wer glaube, man könne sich aus der Klimakrise herauszahlen, habe die Dimension nicht verstanden. Spätestens inmitten dieses Extremsommers müsse allen klar werden: Vorsorge im Hitzeschutz sei um ein Vielfaches billiger als eine laufende Reparatur der immer größer werdenden Schäden durch die Klimakrise.

Forderung nach Ende der Betonpolitik

Die Konsequenz für die Grünen lautet: „Mehr Grün statt Grau!“ ÖVP-FPÖ-SPÖ müssten ihre Betonpolitik beenden. Niederösterreich müsse raus aus Asphalt und Beton. Jeder verbaute Hektar Boden verschärfe Dürre und Hochwasser zugleich – versiegelte Flächen speicherten kein Wasser, heizten sich auf und ließen den Regen ungebremst in die Ortschaften schießen. „Wer den Bäuer:innen helfen will, muss auch ihre Böden schützen, statt sie unter Schnellstraßen und riesigen Umfahrungen zu begraben“, betont Krismer.

Sie erwarte sich von der Landesregierung, dass sie den Fakten ins Auge blicke und ernsthaft für die Zukunft des heimischen Klimas arbeite – mit einem verbindlichen Bodenschutz, einem Ende der Asphaltierungspolitik à la S34 und S8, einer raschen Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung und einem Klimaschutzprogramm, das seinen Namen verdiene. „Wir haben als Menschen die Gestaltung unseres Lebensraums in der Hand. Das ist so sicher wie das Amen im Gebet. Also hat die Regierung zu handeln, statt Hände in Schoß zu legen“, so Krismer abschließend.

Quelle: OTS

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