Grüne fordern Dürremanagementplan für Österreich

Mathias FischerMathias Fischer
Dürre in Österreich: vertrocknete Felder, ausgetrocknetes Flussbett, Wassertropfen mit Österreichkarte
© Mit KI (Gemini) generiert

Die vergangenen zwölf Monate waren die trockensten seit Messbeginn 1850. Die Grünen im Burgenland drängen auf einen bundesweiten Dürremanagementplan. Im Burgenland fiel heuer bis Mitte August um 39 Prozent weniger Niederschlag als üblich.

Österreich erlebt eine historische Trockenheit. Laut GeoSphere Austria waren die vergangenen zwölf Monate die niederschlagsärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850. Seit 23. Februar herrscht in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland nahezu durchgehend ein Niederschlagsdefizit. Im Burgenland fiel von Jahresbeginn bis 12. August um rund 39 Prozent weniger Regen als im langjährigen Durchschnitt. Eine rasche Besserung ist nicht in Sicht.

Die Landwirtschaft leidet massiv unter den Folgen. Österreichweit werden die dürrebedingten Schäden bereits auf rund eine Milliarde Euro geschätzt. Besonders betroffen sind Grünland, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Kürbisse und Soja. Auch im Burgenland führen extreme Hitze und fehlender Niederschlag zu deutlichen Ertragseinbußen.

Antrag im Landtag eingebracht

Die Grünen im Burgenland haben bereits Ende Juni im Landtag einen Antrag für einen österreichweiten Dürremanagementplan eingebracht. Dieser soll in der Landtagssitzung im September beschlossen werden. Die Bundesregierung soll den Plan gemeinsam mit den Bundesländern, der Wissenschaft und betroffenen Interessensgruppen erarbeiten und umsetzen.

„Die aktuellen Rekorde zeigen, dass wir beim Thema Dürre nicht länger von einem Ausnahmezustand sprechen können. Wir müssen wissen, wann Wasser knapp wird, welche Bereiche besonders gefährdet sind und welche Maßnahmen rechtzeitig gesetzt werden müssen. Genau dafür braucht Österreich einen Dürremanagementplan“, so Margit Paul-Kientzl, Klubobfrau der Grünen.

Frühwarnsystem und Monitoring gefordert

Der Antrag fordert ein flächendeckendes Monitoring, das Wasserdefizite im gesamten Wasserkreislauf frühzeitig sichtbar macht. Klare, sektorspezifische Schwellenwerte sollen festlegen, ab wann eine kritische Wasserknappheit besteht. Ein modernes Frühwarn- und Vorhersagesystem soll rechtzeitiges Gegensteuern ermöglichen. Gleichzeitig seien langfristige Maßnahmen zum Schutz der Wasserressourcen und zur Sicherung der Grundwasserneubildung notwendig.

Dürre betreffe weit mehr als die Landwirtschaft, heißt es im Antrag. Sinkende Grundwasserstände und niedrige Pegelstände könnten auch die Trinkwasserversorgung, Energieversorgung, Ökosysteme, Wirtschaft und Gesundheit der Bevölkerung belasten. Der Umgang mit Wasserknappheit sei eine zentrale Aufgabe der Klimawandelanpassung.

Rekordwerte bei trockenen Tagen

Die Daten der GeoSphere Austria zeigen das Ausmaß der Situation: Auf 72 Prozent der österreichischen Landesfläche gab es heuer bis Mitte August mehr trockene Tage als in jedem der vergangenen 65 Jahre. Gleichzeitig verschärft die Hitze die Lage zusätzlich, weil mit steigenden Temperaturen auch mehr Wasser aus Böden und Pflanzen verdunstet.

Landeshauptmann-Stellvertreterin und Agrarlandesrätin Anja Haider-Wallner forderte angesichts der hohen Schäden rasche Hilfe für die Landwirtschaft. Gleichzeitig brauche es Investitionen in Klimaschutz und Klimawandelanpassung – etwa in wassersparende Bewirtschaftung, Bodenschutz, Humusaufbau und an die veränderten Bedingungen angepasste Kulturen.

Die Grünen betonen, dass sowohl Akuthilfe für betroffene Landwirtinnen und Landwirte als auch langfristige Vorsorge notwendig seien. Vorausschauendes Handeln müsse Krisenmanagement von Dürre zu Dürre ersetzen.

Quelle: https://burgenland.gruene.at/news/osterreich-braucht-endlich-einen-durremanagementplan

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