Grüne fordern Hitzeschutz für Leoben

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Grünen Leoben präsentieren ein Maßnahmenpaket gegen die zunehmende Hitzebelastung in der Stadt. Gefordert werden unter anderem die Sanierung von Gemeindewohnungen, eine Baumschutzverordnung und der rasche Ausbau der Radinfrastruktur.

Die steigenden Temperaturen machen vor allem den Bewohnerinnen und Bewohnern von Städten zu schaffen. In Leoben wurden heuer bereits 29 Hitzetage mit mehr als 30 Grad gemessen. Vor 1990 waren es im Jahresschnitt nur vier. Die Grünen Leoben reagieren auf diese Entwicklung mit einem umfassenden Forderungspaket für eine klimafitte Stadt.

Sanierung von Gemeindewohnungen gefordert

In Leoben gibt es rund 2.500 Gemeindewohnungen, viele davon in sanierungsbedürftigen Gebäuden. Die Grünen verlangen eine rasche thermische Sanierung, um die Bewohnerinnen und Bewohner im Sommer vor Hitze und im Winter vor hohen Heizkosten zu schützen. Als schnell umsetzbare Sofortmaßnahme schlagen sie Außen-Rollos vor. Die Stadt könne die notwendigen Investitionen jedoch nicht alleine stemmen und benötige finanzielle Unterstützung durch das Land Steiermark.

Baumschutzverordnung soll Schatten bringen

Gemeinderätin Susanne Sinz setzt sich für eine eigene Baumschutzverordnung ein. Jeder Baum im verbauten Gebiet sei als natürlicher Schattenspender und Luftkühler wertvoll. Die Grünen fordern mehr Bewusstseinsbildung für den Erhalt von Bäumen, Unterstützung durch professionelle Baumgutachten, klare Anleitungen zur fachgerechten Baumpflege und eine verpflichtende Nachpflanzung bei Fällungen.

Am Hauptplatz Leoben wurden auf langjähriges Drängen der Grünen neue Bäume gepflanzt, die bereits für mehr Schatten und Abkühlung sorgen.

Stadtplan mit kühlen Orten für Seniorinnen und Senioren

Leoben hat einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Seniorinnen und Senioren, die durch Hitze besonders gesundheitlich gefährdet sind. Die Grünen schlagen einen Stadtplan mit klimatisierten Orten und schattigen Grünflächen vor, damit sich ältere Menschen an heißen Tagen gezielt abkühlen können.

Radverkehrskonzept bis 2030 umsetzen

Das gemeindeübergreifende Radverkehrskonzept für den Großraum Leoben soll den Alltagsradverkehr attraktiver machen. Der mit dem Land vereinbarte Umsetzungszeitraum bis 2030 müsse unbedingt eingehalten werden, so die Grünen.

Kritisch sehen sie die Kürzung der Landesmittel für Radwegebau von zwölf auf acht Millionen Euro. Eine schriftliche Anfrage der Grünen im Landtag zum Umsetzungsstand der steirischen Radverkehrsstrategie sei bislang unbeantwortet geblieben.

Kritik an FPÖ und ÖVP

Die steirischen Grünen haben in den vergangenen Monaten in jeder Landtagssitzung auf notwendige Klimawandelanpassungen hingewiesen und zahlreiche Anträge sowie Dringliche Anfragen eingebracht. Sämtliche Vorschläge wurden von den Regierungsparteien FPÖ und ÖVP abgelehnt.

Klubobfrau Sandra Krautwaschl kritisiert, die Landesregierung bleibe selbst am Höhepunkt der historischen Hitzewelle untätig. Es brauche sowohl Akutmaßnahmen für den Hitzeschutz als auch eine langfristige Klimastrategie für die Steiermark.

„Das Land lässt Leoben und die anderen Gemeinden in der Hitze stehen – früher hätte man gesagt ‚im Regen stehen'. Die Stadt Leoben ist bereit, zahlreiche Maßnahmen zu setzen. Was fehlt ist die Unterstützung seitens des Landes“, so Krautwaschl.

Leoben verfügt über einen eigenen Klimaneutralitätsfahrplan und gilt als Vorreiterin unter den steirischen Städten. Damit dieser Plan umgesetzt werden könne, brauche es den politischen Willen der Stadt sowie die finanzielle Absicherung der Teilnahme an den Programmen KEM (Klima- und Energie-Modellregion) und KLAR (Klimawandelanpassungsregion) durch Bund und Land.

Quelle: https://zukunftsteiermark.at/leoben-hitze-klimafit

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