Grüne fordern Rechnungshof-Prüfung nach elinx-Aus

Pia ProdingerPia Prodinger
Ladeinfrastruktur-Probleme: E-Auto lädt nicht, App-Fehler, Prüfbericht, Lupe über Europa-Karte
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Lade-App elinx der Energie Steiermark wurde nach nicht einmal einem Jahr eingestellt. Die Grünen Steiermark wollen nun den Landesrechnungshof einschalten, um das Scheitern des Projekts lückenlos aufzuklären.

Die Energie Steiermark hatte ihre Lade-App elinx im September 2025 als großen Fortschritt für E-Autofahrer präsentiert. Weniger als zwölf Monate später ist das Angebot Geschichte: Die Verträge sind gekündigt, die App abgeschaltet. Kundinnen und Kunden, die auf den Dienst vertraut hatten, stehen nun ohne funktionierende Lösung da.

Bei der Präsentation hatte das Unternehmen einfaches und transparentes Laden an über 600.000 Ladepunkten in ganz Europa versprochen, dazu digitale Bezahlung und intelligente Routenplanung. Nun werden die Betroffenen auf die Mobilitätskarte der Energie Steiermark verwiesen, wo beim Schnellladen an den eigenen Stationen teils höhere Preise anfallen.

Zwischen Versprechen und Realität

Lambert Schönleitner, Kontrollsprecher der Grünen Steiermark, sieht in dem Vorfall mehr als nur ein technisches Problem. „Technische Projekte können scheitern. Entscheidend ist, wie ein Unternehmen damit umgeht“, erklärt er. Gerade weil immer mehr Menschen auf E-Autos umsteigen würden, brauche es einfache, leistbare und verlässliche Lademöglichkeiten. Zwischen dem großen Versprechen einer neuen europäischen Ladezukunft und dem abrupten Ende lägen nicht einmal zwölf Monate.

Besonders problematisch sei die Situation für jene, die unterwegs plötzlich ohne funktionierende App dastanden – teilweise im Ausland und mit einem bezahlten Tarif. „Unterwegs nicht zu wissen, ob und wie man sein Auto laden kann, ist schlicht unzumutbar“, so Schönleitner.

Landesunternehmen in der Verantwortung

Die Energie Steiermark gehört zu 100 Prozent dem Land. Die Grünen sehen daher auch das Land als Eigentümer in der Pflicht. Wenn Kundinnen und Kunden für ein Angebot bezahlen und dann von einem Tag auf den anderen ohne funktionierende Lösung dastehen, dürfe das Land nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, betont Schönleitner.

Antrag im Landtag eingebracht

Die Grünen haben einen Antrag im steirischen Landtag eingebracht. Der Landesrechnungshof soll das Tarifmanagement der Energie Steiermark im Mobilitätsbereich sowie die gesamte E-Mobility-Offensive rund um elinx umfassend prüfen.

Konkret wollen die Grünen Antworten auf folgende Fragen:

  • Wer hat welche Entscheidungen bei elinx getroffen?
  • Was hat das Projekt insgesamt gekostet?
  • Wie wurden die Risiken im Vorfeld bewertet?
  • Warum wurden Kundinnen und Kunden offenbar erst informiert, als das Angebot praktisch schon am Ende war?

„Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, was schiefgelaufen ist, welche Kosten entstanden sind, welche Risiken bekannt waren und warum offenbar keine tragfähige Übergangslösung vorbereitet wurde“, sagt Schönleitner.

Quelle: https://zukunftsteiermark.at/elinx-ladeapp-landesrechnungshof

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