Grüne fordern Renaturierungs-Offensive für 136 Gemeinden

Mathias FischerMathias Fischer
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Die niederösterreichischen Grünen verlangen vom Land Unterstützung für 136 Gemeinden bei der Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung. Klubobfrau Helga Krismer kritisiert die ÖVP scharf und fordert ein Dreipunkte-Programm.

Die Grünen im niederösterreichischen Landtag drängen auf eine umfassende Unterstützungsoffensive des Landes für Gemeinden bei der Renaturierung. 136 Kommunen in Niederösterreich seien von der EU-Renaturierungsverordnung betroffen, erklärte Helga Krismer, Klubobfrau der Grünen im NÖ Landtag. Sie wirft der ÖVP vor, aus rein ideologischen Gründen zu blockieren, statt die Kommunen zu unterstützen.

Die Hitze- und Dürreperiode der vergangenen Monate habe deutlich gemacht, dass die Klimakrise im Alltag angekommen sei und Gesundheit sowie Lebensmittelversorgung gefährde. Renaturierung sei eine Chance für die Gemeinden, so Krismer. Intakte Natur und gezielte Begrünung wirkten als natürliche Klimaanlagen. Schattenspendende Bäume, Alleen, renaturierte Bäche und begrünte Freiflächen würden Ortskerne abkühlen und die Lebensqualität steigern.

Dreiteiliges Unterstützungsprogramm gefordert

Die Grünen fordern vom Land Niederösterreich ein umfassendes Programm mit drei Schwerpunkten:

  • Vorbereitung und einheitliche Erfassung: Standardisierte Leitfäden und Vorlagen zur Bestandsaufnahme, ähnlich der Energiebuchhaltung in Niederösterreich.
  • Planung und Know-how: Gezielte Schulungen, Ausbildungen und Fachberatung durch das Land für Gemeindemitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Planerinnen und Planer.
  • Umsetzung und Finanzierung: Finanzielle Unterstützung für Entsiegelung von Flächen, Neupflanzungen und Renaturierungsprojekte vor Ort.

Kritik an Pernkopf und Totschnig

Krismer richtete sich direkt an Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Die Gemeinden hätten ein Anrecht auf diese Mittel, betonte sie. Das Land behalte Ertragsanteile des Bundes ein, um gemeinsame Grundlagen für die Kommunen zu schaffen. Pernkopf müsse endlich liefern und die Unterstützung für die Orte bereitstellen.

Auch Minister Totschnig wurde kritisiert: Er habe jüngst ein substanzloses Papier in Brüssel abgeliefert, während die ÖVP auf Bundes- und Landesebene mauere.

„Mehr Natur in den Gemeinden bedeutet spürbare Entlastung bei der nächsten Hitzewelle und ein besseres Wohn- und Lebensumfeld an jedem einzelnen Tag“, erklärte Krismer abschließend. Die Grünen stünden verlässlich an der Seite der niederösterreichischen Gemeinden, wenn es darum gehe, die Orte fit für die Zukunft zu machen.

Quelle: OTS

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