Grüne kritisieren Amesbauer wegen Renaturierung

Pia ProdingerPia Prodinger
Frau lehnt an Baum in Uferlandschaft mit grünen Blättern
© Florian Rogner

Umweltlandesrat Hannes Amesbauer will ohne Geld von Bund und EU keine zusätzlichen Renaturierungsmaßnahmen in der Steiermark setzen. Die Grünen werfen ihm vor, sich seiner Verantwortung zu entziehen.

Der steirische Umweltlandesrat Hannes Amesbauer hat angekündigt, dass die Steiermark ohne Gegenfinanzierung durch Bund und EU „schlichtweg keine zusätzlichen Maßnahmen“ zur Renaturierung umsetzen werde. Diese Haltung stößt bei den Grünen auf scharfe Kritik.

Sandra Krautwaschl, Klubobfrau der Grünen, zeigt sich verwundert über die Ankündigung. Sie betont, dass Amesbauer als Umweltlandesrat Verantwortung trage. „Mit diesem Amt kommt Verantwortung. Gerade bei einer der zentralen umweltpolitischen Aufgaben der nächsten Jahre reicht es nicht, sich abzuputzen und als Verweigerer zu inszenieren“, so Krautwaschl.

Finanzierung muss geklärt werden

Die Grünen sehen ebenfalls die Notwendigkeit, die Finanzierung der Renaturierung zu klären. Besonders wichtig ist ihnen dabei, dass Bäuerinnen und Bauern mit den Kosten nicht allein gelassen werden. Aus diesem Grund fordern sie den Landesrat auf, aktiv zu werden.

„Amesbauer soll für ausreichend Geld und praktikable Lösungen kämpfen. Genau das ist seine Aufgabe als Landesrat. Dafür wird er schließlich bezahlt und nicht zum Raunzen“, kritisiert Krautwaschl. Die Grünen erwarten eigene Initiativen des Landes statt ein Abwarten auf Wien oder Brüssel, um praxistaugliche Modelle für Gemeinden und Landwirtschaft zu entwickeln.

Widerspruch zur Landesregierung

Erst kürzlich hat die Landesregierung beim viel diskutierten Hitzegipfel die Renaturierung ausdrücklich als zentrales Instrument gegen Extremwetterereignisse wie Hitze, Dürre und Hochwasser bezeichnet. Für Krautwaschl liegt darin ein Widerspruch: Die Landesregierung erkenne den Nutzen der Renaturierung an, tue sich aber schwer, daraus auch Taten folgen zu lassen.

Renaturierung gilt als eine der wichtigsten Antworten auf die Klimakrise, um Wasser in der Landschaft zu halten, Böden zu schützen und Gemeinden vor Hochwasser zu bewahren. Krautwaschl macht deutlich, dass keine Zeit zu verlieren sei: „Hitze, Dürre und Hochwasser werden nicht seltener, nur weil ein Landesrat die Zuständigkeit lieber nach Wien oder Brüssel abschiebt.“

Quelle: https://zukunftsteiermark.at/renaturierung-steiermark-amesbauer

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