Grüne kritisieren Focal-Point-Sprechstunde als Feigenblatt

Die grüne Inklusionssprecherin Kimbie Humer-Vogl übt scharfe Kritik an der von der Salzburger Landesregierung präsentierten Sprechstunde des Focal Point. Sie fordert stattdessen die Umsetzung des MIT-einander-Plans zur Inklusion von Menschen mit Behinderung.
Die Grünen in Salzburg werfen der Landesregierung vor, mit der Sprechstunde des Focal Point Salzburg lediglich ein Feigenblatt zu präsentieren. Kimbie Humer-Vogl, Inklusionssprecherin der Grünen, sieht darin keine ausreichende Maßnahme zur Verbesserung der Inklusion.
„Wir wissen längst, wo es in diesem Land bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung hakt, daran wird die Sprechstunde des Focal Points allein nichts ändern. Und wir kennen auch die Lösungen. Wer Teilhabe ernst nimmt, nimmt sich den MIT-einander-Plan zu Herzen und beginnt endlich mit der Arbeit“, erklärt Humer-Vogl.
MIT-einander-Plan liegt seit 2023 vor
Bereits 2023 wurde mit dem Landesaktionsplan MIT-einander ein umfassender Fahrplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vorgelegt. Menschen mit und ohne Behinderungen aus über 100 Organisationen haben in ehrenamtlicher Arbeit Probleme analysiert und Lösungen erarbeitet. Der Plan umfasst insgesamt 43 Maßnahmen in elf Bereichen.
Humer-Vogl verweist auf konkrete Beispiele: Junge Menschen mit Rollstuhl würden von öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mitgenommen, und die Einführung des Gebärdensprachunterrichts an den Oberstufen verzögere sich. „Dann reicht es nicht, nur weitere Gesprächsangebote zu machen“, betont die Landtagsabgeordnete.
Forderung nach sofortiger Umsetzung
Die Grünen fordern die Landesregierung auf, den MIT-einander-Plan endlich umzusetzen. „Behinderung kann uns alle treffen – schon morgen. Auch in finanziell fordernden Zeiten darf es nicht sein, dass jene Menschen, die ohnehin tagtäglich mit Barrieren und Nachteilen kämpfen, weiter auf die Umsetzung ihrer Rechte warten“, sagt Humer-Vogl abschließend.
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