Grüne kritisieren Rodung für Großhütte in Wagrain

In Wagrain sorgt ein geplanter Gastronomiebetrieb mit bis zu 1.500 Sitzplätzen für Kritik. Laut Grünen wurden Teilflächen gerodet, obwohl die Bewilligung bereits abgelaufen war, so der ORF.
Ein Hüttenprojekt in Wagrain hätte nach den Plänen des Betreibers bereits vor fünf Jahren realisiert werden sollen. Doch das Vorhaben verzögerte sich: Der überwiegende Teil des Waldes auf dem Areal durfte zunächst nicht gerodet werden, da die naturschutzrechtliche Bewilligung fehlte. Auch die erforderliche Flächenwidmung lag nicht vor. Dennoch ließ der Projektbetreiber bereits vor Jahren einen Teil des Waldes auf dem Grundstück roden.
Der Betreiber weist die Vorwürfe zurück. Auf dem Grundstück, das den Bundesforsten gehört, sei kein einziger Baum illegal gerodet worden. Seit dieser Woche liegt zudem eine neue gültige Rodungserlaubnis vor.
Grüne stellen Anfrage an Landesregierung
Landtagsabgeordneter Simon Heilig-Hofbauer (Grüne) sieht darin jedoch ein Problem. Die Grünen richteten deshalb eine Anfrage an die Landesregierung. „Es hat jedenfalls Rodungen gegeben ohne gültigen Bescheid, das steht fest. Man hat sich das jetzt nachträglich bewilligen lassen, aber man hat hier schon Teilflächen vorher gerodet und da war die Bewilligung schon abgelaufen“, so Heilig-Hofbauer.
Der Grün-Politiker hinterfragt die Bewilligungsfähigkeit des Projekts grundsätzlich. Eine Rodungsfläche von 6.000 Quadratmetern sei genehmigt worden. Zudem sollen mehrere Tunnel unter den Pisten errichtet werden, um die Hütte zu erschließen. „Es ist in Wirklichkeit ein Gastronomie-Großbetrieb mit bis zu 1.500 Sitzplätzen, der hier errichtet werden soll“, kritisiert Heilig-Hofbauer. Die Grünen bezweifeln die Naturverträglichkeit des Vorhabens. Geschützte Pflanzen und Tiere sowie Feuchtgebiete und Moore würden durch die Eingriffe vermutlich zerstört.
Anrainer befürchten Wasserprobleme
Auch benachbarte Grundeigentümer wollen gegen das Projekt vorgehen. Sie befürchten Probleme mit dem Wasser, sollte der Wald verschwinden. Zudem sei kurz zuvor eine gut funktionierende Hütte des Betreibers nur wenige hundert Meter oberhalb abgerissen worden.
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