Grüne kritisieren Streichung von Sonderpädagogik-Förderung

Die schwarz-blaue Salzburger Landesregierung will sonderpädagogische Fachkräfte in Kleinkindgruppen per Gesetz ausschließen. Die Grünen warnen vor langfristigen Folgen für Kinder mit Behinderungen und kritisieren das Tempo der Änderung.
Salzburg plant eine Änderung des Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes, die den Einsatz sonderpädagogischer Fachkräfte in Kleinkindgruppen künftig ausdrücklich ausschließt. Das kritisiert Simon Heilig-Hofbauer, grüner Sprecher für Elementarpädagogik im Landtag, scharf. Kinder mit Behinderungen bräuchten schon früh besondere Unterstützung – diese wolle die Landesregierung nun aus dem Gesetz streichen.
Fachleute warnen vor Ausgrenzung
Die Berufsgruppe für Elementarpädagogik Salzburg bezeichnet die geplante Regelung in einer Stellungnahme als bildungs- und sozialpolitischen Rückschritt. Spezialisierte Fachkräfte seien gerade in Kleinkindgruppen unverzichtbar, um Entwicklungsdefizite rechtzeitig aufzufangen.
Heilig-Hofbauer sieht darin eine enorme Belastung für Eltern und langfristige Folgen für die betroffenen Kinder: „Im schlimmsten Fall werden Kinder mit Beeinträchtigungen gar nicht mehr in Kleinkindgruppen aufgenommen. Gerade in den ersten Lebensjahren darf bei der Förderung nicht gespart werden.“
Beschluss ohne Begutachtung geplant
Besonders problematisch findet der grüne Abgeordnete das Verfahren: Die Änderung soll bereits am Donnerstag als Initiativantrag beschlossen werden – ohne reguläres Begutachtungsverfahren. Betroffene Familien und Pädagoginnen würden damit nicht angehört, obwohl sie direkt von den Verschlechterungen betroffen seien.
Die Grünen fordern, den Ausschluss sonderpädagogischer Fachkräfte nicht zu beschließen. Stattdessen solle sichergestellt werden, dass alle Kinder mit Entwicklungsbeeinträchtigungen ab Eintritt in eine elementare Bildungseinrichtung Zugang zu sonderpädagogischer Expertise erhalten – unabhängig vom Alter.
Quelle: https://salzburg.gruene.at/news/fpoe-peitscht-rueckschritte-bei-kinderbetreuung-durch
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