Grüne wollen Gesundheits-App für Niederösterreich

Die Grünen in Niederösterreich fordern eine zentrale Anwendung, die alle medizinischen Angebote im Bundesland bündelt. Klubobfrau Helga Krismer präsentierte am Dienstag das Konzept für die „NOEDOC“-App und verlangt zudem mehr ärztliche Bereitschaftsdienste am Wochenende.
Die niederösterreichischen Grünen haben eine digitale Lösung zur besseren Orientierung im Gesundheitssystem vorgeschlagen. Helga Krismer, Klubobfrau der Partei, stellte bei einer Pressekonferenz am Dienstag die Idee einer App vor, die sämtliche Gesundheitsangebote im Bundesland zusammenführen soll. Bestehende Dienste wie die Gesundheitshotline 1450 oder der Ärztenotdienst 141 funktionierten zwar, würden aber „schlecht vermarktet“, kritisierte sie.
Die geplante „NOEDOC“-Applikation soll nach Eingabe des eigenen Standorts anzeigen, welche Ordinationen und Apotheken in der Nähe geöffnet sind und welcher Arzt gerade Bereitschaftsdienst hat. Zusätzlich soll ein Chatbot integriert werden, über den Nutzer ihre Beschwerden schildern und einen Rückruf anfordern können. Langfristig soll auch der nächtliche Empfang von Rezepten über die Anwendung möglich sein.
Forderung nach flächendeckenden Wochenenddiensten
Nach einer landesweiten Gesundheitstour stellte Krismer fest, dass zur Entlastung der Ambulanzen oft die Orientierung im niedergelassenen Bereich fehle. Besonders bei Wochenenddiensten gebe es regionale Unterschiede, teilweise seien diese gar nicht besetzt. Die Grünen-Politikerin forderte, dass in jedem Bezirk ein Wochenenddienst verfügbar sein müsse.
Das Land Niederösterreich solle gemeinsam mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und der Ärztekammer die Verträge so anpassen, dass Bereitschaftsdienste attraktiver werden. Derzeit erfolgen diese Dienste am Wochenende und an Feiertagen in Niederösterreich auf freiwilliger Basis. Als positive Beispiele nannte Krismer das Modell in Raabs an der Thaya – wobei der dortige Notarztstützpunkt im Zuge der Reform 2027 geschlossen werden soll – sowie den Hausärztlichen Notdienst (HÄND) in Oberösterreich.
Kritik von Neos
Edith Kollermann, Gesundheitssprecherin der Neos Niederösterreich, warf den Grünen vor, „Symptome statt Ursachen“ zu bekämpfen. Um Ärztinnen und Ärzte für Wochenenddienste und die Versorgung in den Regionen zu gewinnen, seien attraktive Arbeitsbedingungen und weniger Bürokratie nötig, erklärte sie schriftlich.
Quelle: APA
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