Grünland sanieren: Experten-Tipps nach Hitzesommer

Hitze und Trockenheit haben heuer auf vielen Grünlandflächen deutliche Schäden hinterlassen. Experten der HBLFA Raumberg-Gumpenstein erklären, wie Landwirte ihre Wiesen im Spätsommer und Herbst gezielt sanieren können.
Der Hitzesommer 2026 hat auf zahlreichen Grünlandflächen in Österreich massive Spuren hinterlassen. Lückige Grasnarben, braune Bestände und Ertragseinbußen stellen Landwirte vor die Frage, welche Maßnahmen jetzt noch ergriffen werden können, um die Leistungsfähigkeit der Wiesen für das kommende Jahr zu sichern.
Nicht alle braun verfärbten Flächen sind tatsächlich abgestorben, wie Dr. Lukas Gaier, Grünlandexperte der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, betont. Zahlreiche Grünlandpflanzen überdauern Trockenperioden mittels unterirdischer Sprossachsen und Rhizome und können bei ausreichender Feuchtigkeit wieder austreiben. Wo jedoch größere Lücken entstanden sind, bietet der Spätsommer eine wichtige Chance zur Bestandesverbesserung.
Nachsaat oder Neuansaat – die richtige Strategie wählen
In einem Podcast der Reihe „Agrar Science – Wissen kompakt“ gibt Gaier im Gespräch mit Priv.-Doz. Dr. Andreas Steinwidder praktische Hinweise zur Beurteilung und Sanierung geschädigter Grünlandbestände. Zentrale Fragen sind dabei: Reicht eine Übersaat oder Nachsaat aus, oder ist eine komplette Neuansaat notwendig?
Der Zeitpunkt spielt eine entscheidende Rolle: Für Nachsaat und Neuanlage wird der Zeitraum von August bis Anfang September als besonders geeignet hervorgehoben. In diesem Zeitfenster können sich die Bestände noch vor dem Winter etablieren.
Saatgutwahl und Düngung nach der Trockenheit
Die Experten gehen auch auf die Auswahl geeigneter Gräser, Leguminosen und Kräuter für trockenheitsgefährdete Standorte ein. Mehr Vielfalt im Bestand kann die Trockenheitstoleranz erhöhen. Bei der Düngung nach der Trockenheit sind Dosierung, Zeitpunkt und mögliche Risiken zu beachten.
Der Podcast behandelt zudem Technik und Timing für erfolgreiche Nachsaat im Spätsommer und Herbst sowie die richtige Nutzung, Pflege und Vorbereitung der Flächen auf den Winter. Ziel ist es, dichte, leistungsfähige und möglichst stabile Bestände für 2027 zu schaffen.
Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein stellt zu diesem Thema weiterführende Informationen und Forschungsergebnisse zur Verfügung, darunter Projekte zu Saatgutmischungen unter veränderten klimatischen Rahmenbedingungen.
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