Gulda schrieb Geschichte seiner jüdischen Familie auf

Autor David Gulda hat die Geschichte seiner Mutter und deren Vorfahren, der jüdischen Familie Loew, recherchiert und aufgeschrieben. Jahrzehntelang wurde über diese Familiengeschichte in der Wiener Familie geschwiegen, so der ORF.
Der Weg der Familie führte von Prag nach Wien und von Buenos Aires nach Mattersburg. David Gulda hat diese Spuren nun verfolgt und dokumentiert. „Ich hab danach gesucht, worüber in unserer Familie zuhause in Wien geschwiegen wurde“, erklärte der Autor.
Für ihn und seinen Bruder Paul, der wie der Vater als Pianist tätig ist, sei das Buch ein Versuch, gegen das Vergessen anzuschreiben. Der Großvater habe in den 1930er-, 1940er- und 1950er-Jahren erfahren müssen, dass nahezu die gesamte in Europa verbliebene Verwandtschaft ausgerottet worden sei, so David Gulda.
Schweigen als Schutz der Nachkommen
Er könne nachvollziehen, dass der Großvater dieses Wissen nicht habe weitergeben wollen, „um sie damit zu verschonen. Was gut war oder schlecht, es war, wie es war“, sagte Gulda.
Die Verschwiegenheit habe allerdings auch positive Seiten gehabt: „Es ist nicht nur negativ, es macht ein unbeschwertes Aufwachsen.“ Mit seinen mittlerweile 70 Jahren könne er mit solchen Erkenntnissen besser umgehen. „Es ist kein Vorwurf, dass geschwiegen wurde, sondern nur die Feststellung einer Tatsache“, betonte Gulda.
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