Gutachten soll Zurechnungsfähigkeit des Mordverdächtigen klären

Nach der Tötung eines 29-Jährigen in Langenzersdorf wird nun die Zurechnungsfähigkeit des 18-jährigen Tatverdächtigen untersucht. Die Staatsanwaltschaft Korneuburg hat chemische und psychiatrische Gutachten in Auftrag gegeben.
Die Staatsanwaltschaft Korneuburg hat im Fall der Tötung eines 29-Jährigen in Langenzersdorf (Bezirk Korneuburg) ein chemisches Gutachten zur Analyse von Blut- und Harnproben sowie ein psychiatrisches Gutachten über den 18-jährigen Mordverdächtigen in Auftrag gegeben. Das teilte Sprecher Josef Mechtler am Montag mit. Die Gutachten sollen klären, ob der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war.
Die Rechtsvertreterin des Tatverdächtigen, Astrid Wagner, behauptet, ihr Mandant habe bei der Tat unter dem Einfluss von Drogen gestanden. Es sei „viel Ecstasy“ im Spiel gewesen. Wagner sprach von einer „Ausnahmetat infolge von Drogenkonsum“ und mutmaßte, dass die Zurechnungsfähigkeit möglicherweise aufgehoben gewesen sei.
Opfer erlitt massive Gewalteinwirkung
Das vorläufige Obduktionsergebnis ergab als Todesursache eine massive Gewalteinwirkung auf den Hals sowie ein stumpfes Schädel-Hirn-, Brustkorb- und Bauchtrauma. Hinweise auf mögliche Mittäter liegen laut Staatsanwaltschaft derzeit nicht vor.
Das Motiv ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Im Raum steht ein Hassverbrechen aufgrund der vom Tatverdächtigen angenommenen homosexuellen Orientierung des Opfers. Der Beschuldigte aus dem Bezirk Korneuburg dürfte der sogenannten Pedo-Hunter-Szene angehören, die überwiegend Homosexuellen fälschlicherweise Pädophilie unterstellt und Gewalt gegen sie ausübt.
Treffen über Snapchat vereinbart
Der 18-Jährige hatte den Wiener über Snapchat kontaktiert, um sich mit ihm in der Nacht auf Donnerstag in einem Einfamilienhaus zu treffen. Der Eigentümer des Hauses war auf Urlaub und hatte die Familie des Tatverdächtigen gebeten, während seiner Abwesenheit auf das Gebäude achtzugeben.
Bei dem Treffen wurde der 29-Jährige tödlich verletzt. Die Leiche wurde am Donnerstagfrüh entdeckt. Der Tatverdächtige wurde festgenommen und gab in seiner ersten Einvernahme laut Polizei zu, den Wiener umgebracht zu haben. Der 18-Jährige wurde in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert, am Samstag wurde Untersuchungshaft verhängt.
Quelle: APA
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