Gutschelhofer verabschiedet sich in den Ruhestand

Mona HopfingerMona Hopfinger
Mann im Anzug hält Rede am Pult vor Porträtrelief im Innenraum
© Fotostudio Gasser, Uni Graz/Gasser

Der frühere Rektor der Universität Graz, Alfred Gutschelhofer, ist mit einem Symposium in der Aula in den Ruhestand verabschiedet worden. Von 2003 bis 2011 prägte er den Wandel der Hochschule zur autonomen Universität.

Alfred Gutschelhofer leitete die Universität Graz in einer Phase grundlegender Umbrüche. Als er 2003 das Rektorat übernahm, standen Österreichs Hochschulen vor der Herausforderung, das neue Universitätsgesetz 2002 umzusetzen. Bis 2011 gestaltete der Wirtschaftswissenschaftler den Weg der Universität zu einer modern organisierten, autonomen Institution maßgeblich mit.

Eine zentrale Aufgabe seiner Amtszeit war der Aufbau von Führungsinstrumenten, die Neuordnung von Verantwortlichkeiten und die Schaffung zeitgemäßer Organisationsstrukturen. „Wer mehr Freiheit erhält, muss auch mehr Verantwortung übernehmen. Entscheidend ist, ob dieses Grundmodell stark genug für die Herausforderungen von morgen ist. Dafür müssen Universitäten noch stärker nach außen gehen“, betonte Gutschelhofer.

Würdigung durch Uni-Graz-Rektor Riedler

Am 9. Oktober fand das feierliche Symposium statt, bei dem sich Gutschelhofer in den Ruhestand verabschiedete. Peter Riedler, aktueller Rektor der Universität Graz, würdigte seinen Vorgänger: „Einer seiner größten Verdienste war die Überführung der Universität Graz in eine neue Epoche. Von der Tradition weg in ein neues Zeitalter. Die Universität als Lebenspartnerin mit einer klaren gesellschaftlichen Rolle.“

Die Keynote hielt Christoph Badelt, Präsident des österreichischen Fiskalrates und ehemaliger Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien. Angesichts der Debatte über die Finanzierung öffentlicher Leistungen und notwendige Zukunftsinvestitionen im tertiären Bildungssektor sei dieser Austausch besonders relevant, hieß es.

Fiskalrats-Präsident: Konsolidierung notwendig

Badelt betonte in seiner Rede, dass sich an den Universitäten jedenfalls etwas ändern müsse. Die Hochschulen stünden zunehmend im Wettbewerb um Ressourcen und Köpfe und müssten sich auf einen notwendigen Konsolidierungskurs einstellen. Daran führe kein Weg vorbei. Gleichzeitig gelte es, den Versorgungsauftrag zu erfüllen und auf wachsende Aufgaben und Herausforderungen zu reagieren. Darin steckten jedoch nicht nur Belastungen, sondern ebenso Chancen für die Universitäten.
Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Hochschulwelt zählten zu den geladenen Gästen: Kristina Edlinger-Ploder, Landesrätin a. D. sowie Rektorin und Geschäftsführerin der FH Campus 02, Horst Bischof, Rektor der TU Graz, und Andrea Kurz, Rektorin der Medizinischen Universität Graz. Dazu kamen die früheren Rektoren der Universität Graz Christian Brünner, Helmut Konrad und Wolf Rauch, Josef Smolle, Altrektor der Meduni Graz, sowie die TU-Graz-Altrektoren Harald Kainz und Hans Sünkel.
Die Politik vertraten der frühere steirische Landeshauptmann Christopher Drexler, Ex-Bundesminister Martin Polaschek, der ehemalige hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, Bundesministerin a. D. Beatrix Karl und die Grazer Stadträtin Claudia Unger.

Bologna-Prozess und neue Fakultäten

Tiefgreifende Veränderungen prägten die Amtszeit Gutschelhofers auch in Studium und Lehre. Die Universität Graz setzte den Bologna-Prozess um und richtete sich damit auf die neuen europäischen Studienstrukturen aus. Neue Organisationseinheiten wie die Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaftliche Fakultät sowie die sogenannte 7. Fakultät entstanden. Die Medizinische Fakultät wurde im Konsens herausgelöst und besteht seit 2004 als eigenständige Universität.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Kooperation über institutionelle Grenzen hinweg. Mit NAWI Graz wurde ein viel beachtetes Gemeinschaftsprojekt aufgebaut, das im Graz Center of Physics auch architektonisch sichtbar wird. Zudem schuf die Universität mit der UNI for LIFE Weiterbildungs GmbH eine Einrichtung, die das universitäre Weiterbildungsangebot ausbaute.

Quelle: https://www.uni-graz.at/de/neuigkeiten/tausendsassa-mit-pioniergeist-symposium-fuer-alfred-gutschelhofer

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