Paracelsus wird wissenschaftlich untersucht

Mona HopfingerMona Hopfinger
Wirbelsäule unter dem Mikroskop, daneben ein Buch und eine historische Karte
© Mit KI (Gemini) generiert

Ein seit 1908 im Salzburg Museum gelagerter Halswirbel könnte vom Renaissance-Arzt Paracelsus stammen. Ein Molekularbiologe soll nun mit modernen Methoden klären, ob der Knochen tatsächlich dem 1541 in Salzburg verstorbenen Mediziner gehörte, so der ORF.

Christian Flandera, Leiter der Sammlung „Angewandte Kunst und Alltagskultur“ am Salzburg Museum, entdeckte den Knochen im Depot. Dem Museum war der Wirbel zusammen mit Belegen über seine Herkunft geschenkt worden. Diese Unterlagen gingen allerdings während des Zweiten Weltkriegs bei der teilweisen Zerstörung des Museums verloren.

Für die Untersuchung wurden auch die Gebeine des Arztes aus seinem Grab am Sebastiansfriedhof in Salzburg entnommen. Die Analysen sollen nicht nur die Herkunft des Halswirbels klären, sondern auch neue Einblicke in das Leben von Paracelsus ermöglichen.

Ernährung und Aufenthaltsorte im Fokus

Jan Cemper-Kiesslich von der Gerichtsmedizin der Universität Salzburg erläuterte die Ziele: „Wir wollen herausfinden, wo die Person gelebt hat, wo sie unterwegs war und wie sie sich ernährt hat – also vorwiegend pflanzlich, Mischkost oder vorwiegend Fleisch beziehungsweise Fisch.“ Zusätzlich werde eine Radiokarbondatierung durchgeführt, um den Fund zeitlich einzuordnen. Das Ziel sei, möglichst viele Informationen aus dem Material zu gewinnen.

Das Salzburg Museum hat gemeinsam mit dem Molekularbiologen ein internationales Expertenteam zusammengestellt. Das Projekt trägt den Namen „CELSUS“ und widmet sich Theophrastus von Hohenheim, der 1493 oder 1494 geboren wurde und unter dem Namen Paracelsus bekannt wurde.

Röntgen, Toxikologie und Morphologie

Neben genetischen Analysen kommen weitere Verfahren zum Einsatz: Die Gebeine werden geröntgt, computertomografisch untersucht, vermessen und morphologisch beschrieben.

Eine toxikologische Analyse soll außerdem zeigen, ob Paracelsus zu Lebzeiten Giften oder Schwermetallen ausgesetzt war, so Cemper-Kiesslich. Die Ergebnisse werden wissenschaftlich publiziert und in einem Ausstellungsraum des Salzburg Museums im Festungsmuseum öffentlich präsentiert.

Quelle: https://salzburg.orf.at/stories/3373208/

Worüber spricht Salzburg morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.