Hassbach: Hochwasserschutz-Bauarbeiten laufen

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

In Warth wird am umfangreichen Hochwasserschutzprojekt am Hassbach gearbeitet. Landesrat Anton Kasser und Bürgermeisterin Michaela Walla informierten über den zweiten Bauabschnitt und die geplanten Rückhaltebecken.

Bei einem Pressegespräch in Warth gaben Landesrat Anton Kasser, Bürgermeisterin Michaela Walla sowie Vertreter der Wildbach- und Lawinenverbauung Einblick in das laufende Hochwasserschutzprojekt am Hassbach. Im Fokus standen die aktuellen Bauarbeiten am zweiten Abschnitt, die Rückhaltebecken und die nächsten Schritte bis zum Projektabschluss.

Der Hassbach verfügt über ein Einzugsgebiet von etwa 30 Quadratkilometern und mündet in die Pitten. In den letzten 200 Jahren kam es zu rund 30 schweren Hochwasserereignissen, das jüngste ereignete sich im Juni 2018. Dabei entstanden im Gemeindegebiet erhebliche Schäden.

35 Schutzprojekte seit Hochwasser 2024 abgeschlossen

Anton Kasser betonte die Notwendigkeit vorausschauender Maßnahmen: „Wir müssen heute die richtigen Maßnahmen setzen, damit unsere Gemeinden für die Herausforderungen von morgen besser gerüstet sind. Deshalb treiben wir den Hochwasserschutz in Niederösterreich konsequent voran.“ Seit dem Hochwasser 2024 seien in ganz Niederösterreich bereits 35 Schutzprojekte fertiggestellt und 37 weitere gestartet worden.

Die Palette der Maßnahmen reiche von Brückenanhebungen über Dammsanierungen bis zu Rückhaltebecken und Flussaufweitungen. Parallel dazu werde das Netz an Pegelstationen erweitert, um Prognosen zu verbessern. „Je früher wir erkennen, wie sich eine Hochwasserlage entwickelt, desto besser können wir uns darauf einstellen“, so der Landesrat.

Knapp 16 Millionen Euro für Sicherheit

Das Hassbach-Projekt bezeichnete Kasser als konkretes Beispiel dafür, wie aus vergangenen Ereignissen gelernt werde. Mit knapp 16 Millionen Euro sei es eine bedeutende Investition in die Sicherheit der Region. Er dankte der Gemeinde, Bürgermeisterin Michaela Walla, der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie allen Beteiligten. Bund, Land, Gemeinden und Fachleute müssten gemeinsam agieren.

Bürgermeisterin Michaela Walla hob die Unterstützung der Grundstücksbesitzer hervor: „Die Grundstücksbesitzer haben gesagt: ‚Ja, wir helfen euch bei diesem Projekt.'“ Die Gemeinde Warth trage 25 Prozent der Kosten. In dem engen Tal könnten 400.000 Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden. Der zweite Bauabschnitt umfasse eine 14,9 Meter hohe Mauer.

Walla erinnerte an die Schäden von 2018: Der Bach habe damals eine Brücke weggerissen und zwei weitere schwer beschädigt. An Privathäusern sei ein Schaden von rund zwei Millionen Euro entstanden, zudem wurde eine Zufahrtsstraße zerstört.

Drei Rückhaltebecken geplant

Sektionsleiter Christian Amberger von der Wildbach- und Lawinenverbauung erklärte die technischen Details: Insgesamt entstehen zwei Rückhaltebecken im Haupttal des Hassbaches und ein weiteres im Mantelgraben. Zusätzlich werden die Zubringerbereiche stabilisiert, Wildholz und Geschiebe gezielt zurückgehalten. So entstehe ein umfassender Schutz für Siedlungs- und Wirtschaftsraum.

Das Projekt wurde nach dem Hochwasser 2018 von der Wildbach- und Lawinenverbauung gemeinsam mit der Gemeinde entwickelt. Nach Prüfung mehrerer Varianten entschied man sich für ein Konzept mit drei großen Bauabschnitten.

Fertigstellung bis 2030 geplant

Der erste Bauabschnitt – die Stabilisierung des Laaergrabens oberhalb von Kirchau – ist bereits abgeschlossen. Der zweite Abschnitt mit den Rückhaltebecken Mantelgraben und Hassbach Ort wird derzeit umgesetzt und soll bis 2028 fertig sein. Der dritte Abschnitt mit dem Rückhaltebecken Kirchau oberhalb der Ortschaft sowie ergänzenden linearen Maßnahmen ist für 2028 bis 2030 vorgesehen.

Die drei Rückhaltebecken sollen im Katastrophenfall mehr als 400.000 Kubikmeter Wasser zurückhalten – das entspricht rund 400 Millionen Litern oder etwa 2,7 Millionen Badewannenfüllungen. Geschützt werden sollen rund 240 Liegenschaften, etwa fünf Kilometer Verkehrswege und zahlreiche Infrastruktureinrichtungen. Mit den betroffenen Grundeigentümern wurde in zahlreichen Gesprächen Einvernehmen hergestellt. Die Gesamtkosten für die Detailprojekte betragen 15,9 Millionen Euro.

Quelle: OTS

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