Haus Franziskus feiert zehn Jahre Wohnungslosenhilfe

Seit Oktober 2016 bietet die Salzburger Notschlafstelle bis zu 80 Menschen pro Nacht Schutz. In zehn Jahren wurden rund 250.000 Übernachtungen gezählt – hinter der Zahl stehen Menschen mit unterschiedlichen Schicksalen.
Die Caritas-Einrichtung Haus Franziskus in Salzburg hat ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Nacht für Nacht finden dort bis zu 80 wohnungslose Menschen einen sicheren Schlafplatz, eine warme Mahlzeit, Duschmöglichkeiten und vor allem Betreuung.
„Seit der Eröffnung im Oktober 2016 haben wohnungs- und obdachlose Menschen hier rund 250.000 Mal übernachtet“, sagt Andrea Schmid, Direktorin der Caritas Salzburg. „Hinter dieser Zahl stehen Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten, schwierige Zeiten, kleine und große Schritte nach vorne und unzählige Begegnungen. Sie alle haben das Haus Franziskus in den vergangenen zehn Jahren geprägt. Heute ist die Caritas-Einrichtung ein zentraler Bestandteil der Salzburger Wohnungslosenhilfe.“
Politik würdigt Arbeit der Einrichtung
Soziallandesrat Wolfgang Fürweger betonte, dass Menschen, die ihre Wohnung verlieren, rasch Hilfe und einen sicheren Ort für die Nacht brauchen. Das Haus Franziskus biete diese Unterstützung seit einem Jahrzehnt. Sein Dank gelte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Caritas Salzburg. Allerdings könne eine Notschlafstelle nur eine Übergangslösung sein. Ziel sei es, Menschen auf dem Weg aus der Wohnungslosigkeit zu begleiten, damit sie wieder eine eigene Wohnung finden und diese dauerhaft behalten können.
Stadträtin Andrea Brandner bezeichnete das Haus als wichtigen Ort der Begegnung, der Menschen in schwierigen Lebenssituationen nicht nur konkrete Hilfe, sondern vor allem auch Perspektiven und Hoffnung biete. Ihr herzlicher Dank gelte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den vielen engagierten Menschen, die dieses wertvolle Angebot möglich machen.
Prävention vor Wohnungsverlust gefordert
Eine sichere, leistbare und angemessene Wohnung bedeute weit mehr als ein Dach über den Kopf, betont die Caritas. Sie biete Schutz, Stabilität und Zugehörigkeit und bilde damit die Grundlage für Gesundheit, Bildung, Arbeit und soziale Teilhabe.
Torsten Bichler, Caritas-Bereichsleiter für Soziale Arbeit, erklärt: „Deshalb müssen wir dort ansetzen, wo Hilfe noch verhindern kann, dass Menschen ihr Zuhause verlieren. Wird Unterstützung früh genug angeboten, können Mietrückstände abgebaut, drohende Delogierungen verhindert und neue Perspektiven geschaffen werden. Ist die Wohnung erst verloren oder der Strom bereits abgedreht, wird der Weg zurück deutlich schwieriger und oft auch kostspieliger. Prävention ist menschlicher, wirksamer und letztlich auch günstiger, als die Folgen von Wohnungsverlust zu bewältigen.“
Mehr als nur ein Schlafplatz
Die Hilfe geht über eine Übernachtungsmöglichkeit hinaus. Caritas-Sozialarbeiterinnen und -betreuerinnen begleiten die Menschen, unterstützt von Dolmetscherinnen und einem engagierten Team aus Freiwilligen. Im hauseigenen Arztzimmer bietet das Team des Virgilbusses medizinische Basisversorgung an.
Das Beispiel von Karl macht deutlich, was das heißen kann. Bevor er ins Haus Franziskus zog, war er im Winter mehrere Wochen am Salzburger Hauptbahnhof. Oft wusste er am Abend nicht, wo er schlafen sollte. Im Haus Franziskus bekam er dann einen sicheren Schlafplatz. „Wenn ich am Abend ins Haus Franziskus komme, ist das wie heimgehen“, erzählte er damals.
Freiwillige und Spenden unverzichtbar
Andrea Schmid bedankt sich bei allen, die das Haus Franziskus möglich machen: „Dass das Haus Franziskus seit zehn Jahren für Menschen in Wohnungsnot da sein kann, ist dem täglichen Einsatz vieler Menschen zu verdanken: den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen ebenso wie den Freiwilligen, medizinischen Fachkräften, Dolmetscherinnen und Unterstützer*innen. Auch unsere Fördergeber – Stadt und Land Salzburg – und Spender*innen tragen entscheidend dazu bei, dass Menschen in schwierigen Lebenssituationen nicht allein bleiben.“
Im Haus Franziskus helfen viele Freiwillige in den Abend- und Nachtdiensten mit, zum Beispiel beim Kochen. Ohne sie würde der Betrieb nicht laufen. Das Haus freut sich auch über Geld, um haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel zu kaufen. Ebenso willkommen sind Sachspenden: Socken, neuwertige Unterwäsche, Schuhe, Schlafsäcke und Isomatten.
Stadt und Land Salzburg zahlen einen Teil der Kosten.
Die Bilanz nach zehn Jahren
In 3.685 Nächten seit Eröffnung bis heute wurden 250.000 Übernachtungen gezählt, darunter zehn Heilige Abende und zehn Silvesternächte. Mehr als eine halbe Million Mahlzeiten (Frühstück und Abendessen) wurden in den letzten zehn Jahren zubereitet.
16 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Einsatz, dazu kommen Freiwillige, die knapp 53.000 Stunden ehrenamtlich geleistet haben. Das Haus Franziskus hat 87 Betten. Im Winter gibt es zusätzlich eine Notschlafstelle für 20 Frauen. Sie befindet sich im Haus Elisabeth in der Plainstraße 42a.
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