HBLFA Raumberg-Gumpenstein forscht für Landwirtschaft

Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein ist Österreichs größte agrarische Lehr- und Forschungseinrichtung. In 50 bis 80 Projekten jährlich werden Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft entwickelt und direkt in die Praxis übertragen.
Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein ist die größte agrarische Lehr- und Forschungseinrichtung Österreichs im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft. Sie befasst sich gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern wissenschaftlich und praxisnah mit Zukunftsfragen der Land- und Lebensmittelwirtschaft.
Jährlich werden zwischen 50 und 80 Forschungsprojekte umgesetzt. Ziel ist es, Lösungen für eine leistungsfähige, nachhaltige und in der Gesellschaft verankerte Landwirtschaft zu entwickeln. Eine besondere Stärke der Einrichtung liegt in der engen Verbindung von Forschung, Bildung, Beratung und Praxis. Dadurch können wissenschaftliche Erkenntnisse rasch für Landwirtschaftsbetriebe, Beratungsstellen, Bildungseinrichtungen, Politik und Gesellschaft nutzbar gemacht werden.
Forschung mit ganzheitlichem Blick
Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Bereiche Produktionstechnik, Tierwohl, Ökologie und Ökonomie. Der zugrunde liegende systemische Ansatz betrachtet Boden, Pflanzen, Tiere, Wertschöpfungsketten sowie Umwelt- und Gesellschaftsaspekte als zusammenhängendes System. Dadurch entstehen umfassende Lösungsansätze für zentrale Herausforderungen der österreichischen Landwirtschaft.
Die Forschungsschwerpunkte reichen von Bodenqualität, Nährstoffmanagement, Kreislaufwirtschaft, Grünlandwirtschaft und Pflanzenbau bis hin zu Biodiversität, Nutztierfütterung, Tiergesundheit, Tierhaltung und Tierwohl. Weitere Themen sind Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Digitalisierung, Betriebswirtschaft, Ökobilanzierung sowie die biologische Landwirtschaft.
Vier Institute und sieben Forschungsgruppen
Organisiert ist die Forschung in vier Instituten: Bio-Landwirtschaft & Nutztierbiodiversität, Nutztierforschung, Pflanzenbau und Kulturlandschaft sowie Tier, Technik und Umwelt. Ergänzt wird dieser Bereich durch Research & Development, wo innovative Forschungsprojekte gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis umgesetzt werden.
Zusätzlich werden Kompetenzen in sieben interdisziplinären Forschungsgruppen gebündelt. Diese beschäftigen sich mit den Themen Digitalisierung in der Landwirtschaft, Emissionen und Immissionen, Nutztierfütterung, Almwirtschaft, Klimaschutz, Klimawandel-Anpassung und Agrarmeteorologie, Biodiversität und Renaturierung sowie Ökoeffizienz in der Landwirtschaft. Dabei arbeiten Fachleute aus verschiedenen Instituten eng zusammen, um praxisorientierte Lösungen zu erarbeiten.
Forschung an fünf Standorten
Die Forschungsaktivitäten verteilen sich auf die fünf Standorte Irdning-Donnersbachtal (Gumpenstein), Stainach-Pürgg (Moarhof), Wels-Thalheim, Lambach-Stadl-Paura und Piber. Darüber hinaus werden zahlreiche Untersuchungen direkt auf landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt.
Zur modernen Forschungsinfrastruktur zählt eine weltweit einzigartige Trockenheitssimulationsfläche für Grünland. Zudem betreibt die Einrichtung Genbanken für Grünlandpflanzen und gefährdete Nutztierrassen. Spezialisierte Messeinrichtungen ermöglichen unter anderem die Erfassung des Methanausstoßes von Rindern sowie Geruchsmessungen mittels Olfaktometrie.
Für praxisnahe Versuche stehen Forschungsstallungen für Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Hühner zur Verfügung. Ergänzt werden diese durch zertifizierte Bio-Forschungseinheiten, eine Gülleprüfanlage, Emissionsmesshauben und moderne Labore.
Wissen aus der Forschung für die Praxis
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Wissenstransfer. Forschungsergebnisse werden so aufbereitet, dass sie in landwirtschaftlichen Betrieben, in der Beratung, Lehre, Verwaltung und Politik eingesetzt werden können.
Zum Angebot zählen Fachtagungen, Workshops, Webinare sowie Podcasts und Fachvideos unter dem Titel „Agrar Science – Wissen kompakt“. Darüber hinaus veröffentlicht die HBLFA Fachartikel, Forschungsberichte, wissenschaftliche Publikationen sowie Broschüren und weitere Informationsmaterialien zum Download. Praxisveranstaltungen direkt auf landwirtschaftlichen Betrieben fördern zusätzlich den Austausch zwischen Forschung und Praxis.
Die Leitung des Forschungsbereichs liegt bei Priv. Doz. Dr. Andreas Steinwidder, Leiter für Forschung und Innovation. Interessierte können den Forschungsbereich in Gumpenstein, den Moarhof sowie den Schweinestall in Wels außerdem im Rahmen virtueller 3D-Rundgänge erkunden.
Worüber spricht Irdning-Donnersbachtal?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – 1x pro Woche für Gemeinden.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.