Heckentag Kärnten: Bestellung ab 1. September möglich
Heimische Sträucher und Bäume aus regionalem Saatgut können ab 1. September beim Heckentag 2026 in Kärnten bestellt werden. Die Gehölze sollen Bestäubern wie Wildbienen und Schmetterlingen über das ganze Jahr Nahrung bieten.
Der Heckentag 2026 der Regionalen Gehölzvermehrung Kärnten startet am 1. September mit der Bestellmöglichkeit für heimische Gehölze. Interessierte können bis 31. Oktober im Online-Shop unter heckentag.at Sträucher, Bäume und Heckenpakete aus regionalem Saatgut ordern. Die Abholung findet am 14. November von 9 bis 14 Uhr an drei Standorten in Klagenfurt, Villach oder Seeboden statt.
Nahrungsknappheit im Frühjahr
Nach dem Winter sind viele Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen auf der Suche nach Nahrung. Doch im anbrechenden Frühjahr treffen sie auf ein begrenztes Angebot, da nur wenige Pflanzen bereits blühen. Auch im weiteren Jahresverlauf wechseln sich Phasen mit ausreichend Blüten und Zeiten ab, in denen Pollen und Nektar fehlen. Diese blütenarmen Perioden können darüber entscheiden, ob die Populationen der Bestäuber stabil bleiben.
Forschungsprojekt zeigt Bedeutung heimischer Hecken
Das österreichweite Forschungsprojekt „Heckenleben“ des Vereins Regionale Gehölzvermehrung untersuchte die Blühabfolge heimischer Gehölze und ihre Rolle für die Versorgung von Bestäubern. Die Ergebnisse zeigen, dass Hecken aus heimischen Gehölzen wichtige Versorgungslücken für zahlreiche Tierarten schließen können. Während Weiden, Kornelkirschen oder Vogelkirschen im Frühjahr erste Nahrungsquellen bieten, übernehmen später andere Gehölze und krautige Pflanzen entlang der Hecken diese Funktion.
Dadurch finden Bestäuber auch außerhalb der großen Blühphasen ein kontinuierliches Nahrungsangebot vor. Bestäuber wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind für die Fortpflanzung vieler Wildpflanzen unverzichtbar und tragen wesentlich zu den Erträgen im Obst- und Ackerbau bei.
Die Herkunft der Pflanzen spielt eine wesentliche Rolle. „Gehölze reagieren sensibel auf Klima, Boden und Höhenlage, und Pflanzen aus regionalem Saatgut sind an diese Bedingungen angepasst und entwickeln ihre Blühzeiten im Einklang mit ihrer Umgebung“, erklärt Landschaftsplaner und Gehölzexperte Klaus Wanninger.
Für spezialisierte Bestäuber ist dieses Zusammenspiel besonders wichtig. Viele heimische Insekten sind auf bestimmte Pflanzenarten angewiesen und können Gewächse aus anderen Regionen oder Kontinenten nur begrenzt nutzen. „Erst wenn Herkunft, Blühzeitpunkt und Pflanzenart zusammenpassen, entstehen verlässliche Abläufe über das Jahr hinweg“, erklärt Wanninger.
Hecken für Bestäuber
Der Verein Regionale Gehölzvermehrung setzt seit mehr als 30 Jahren auf regionale Saatgutgewinnung. Dabei wird Saatgut von wild wachsenden Gehölzen in den jeweiligen Regionen gesammelt, vermehrt und anschließend wieder dort ausgebracht. Dadurch bleiben wichtige Anpassungen erhalten, die für das Zusammenspiel von Pflanzen und Insekten von großer Bedeutung sind.
Bereits eine einzelne heimische Hecke im Garten kann dazu beitragen, Lebensräume zu vernetzen und Wildbienen, Schmetterlingen sowie Schwebfliegen entlang ihrer Flugrouten Nahrung bereitzustellen. Beim Heckentag Kärnten werden Gehölze aus regionalem Saatgut sowie passend zusammengestellte Heckenpakete angeboten.
Kontakt über das Heckentelefon unter +43 (0) 660 1549776 oder per E-Mail an office@heckentag.at (donnerstags von 9 bis 12 Uhr). Weitere Informationen unter www.heckentag.at.
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