Heimische Gelsen gehen stark zurück – Bremsen profitieren

Pia Prodinger
Mücken fliegen um die Beine eines Kindes mit roten Mückenstichen auf dem Rasen.
© Shutterstock

Die Zahl der heimischen Stechmücken nimmt seit 2020 deutlich ab. Grund dafür sind laut dem Biologen Christian Wieser nicht nur heiße, trockene Sommer, sondern auch Temperaturschwankungen im Winter, so der ORF.

Laut Gelsenmonitoring sind 90 Prozent aller heimischen Stechmücken Hausgelsen. Ihr Bestand verringert sich jedoch seit 2020 massiv, erklärt der Insektenforscher Christian Wieser. Verantwortlich seien die heißen, trockenen Sommer sowie die zunehmenden Temperaturschwankungen im Winter.

Die Tiere benötigen für ihre Entwicklung jedes Jahr viele Niederschläge und hohe Temperaturen. Problematisch sei, dass es bereits sehr früh im Frühling sehr warm werde, die Gelsen aktiv würden und die Brut dann bei der nächsten Kälteperiode zugrunde gehe. Wie in der gesamten Tierwelt gehe auch bei den Gelsen alles durcheinander, so Wieser.

Tigermücke und Buschmücke auf dem Vormarsch

Anders verhalte es sich bei der asiatischen Tigermücke und der Buschmücke, die sich weiterhin ausbreiten und gefährliche Krankheiten übertragen können. Im Gegensatz zur heimischen Hausgelse, die in der Dämmerung auf Nahrungssuche geht, stechen Tigermücken auch tagsüber.

Die Tigermücke sei ein tropisches Tier, das Wärme bevorzuge. Sie werde sich bei uns sehr wohl festsetzen, so wie es die japanische Buschmücke bereits getan habe, erklärt der Biologe.

Bremsen kommen mit Hitze gut zurecht

Bremsen hingegen kämen mit der Hitze wesentlich besser zurecht, so Wieser. Je wärmer es sei, desto aggressiver seien sie tagsüber. Derzeit gebe es davon genug. Man werde fast von den Tieren überfallen, wenn es richtig schwül-warm sei – das liebten sie.

Vermutlich seien die Entwicklungsstadien der Bremsen im Winter von den Temperaturschwankungen nicht betroffen, da sie im Boden leben, so der Insektenforscher.

Obwohl viele Menschen froh über weniger Gelsen seien, sind diese ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette in der Tierwelt. Welche Folgewirkungen das auf andere Arten haben wird, könne laut Wieser noch nicht abgeschätzt werden.

Quelle: https://kaernten.orf.at/stories/3362583/

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