Heizölpreise in Kärnten um 79 Prozent gestiegen

In Kärnten müssen Haushalte für 3.000 Liter Heizöl derzeit rund 5.700 Euro bezahlen – um 2.500 Euro mehr als im September 2025. Die Arbeiterkammer fordert rasche Entlastungsmaßnahmen für die rund 45.000 betroffenen Haushalte.
Der durchschnittliche Preis für einen Liter Heizöl liegt in Kärnten am 23. September bei 1,893 Euro. Wer seinen Tank mit 3.000 Litern befüllen muss, zahlt damit etwa 5.700 Euro. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht das einer Mehrbelastung von rund 2.500 Euro oder 79 Prozent.
AK-Präsident Günther Goach verlangt angesichts der massiven Preissteigerung schnelle Hilfe: „Heizen darf nicht zum Luxus werden. Gerade Familien, Alleinerziehende sowie Pensionistinnen und Pensionisten mit kleinen Einkommen brauchen jetzt konkrete Unterstützung.“
Preise erreichten Mitte September Höchststand
Die Kosten für Heizöl sind in den vergangenen Monaten stark angestiegen. Internationale Krisen und Unsicherheiten auf den Energiemärkten führen zu starken Schwankungen. Nach einer kurzen Entspannung im Mai und Juni kletterten die Preise im Sommer erneut deutlich nach oben.
Am 16. September wurde mit durchschnittlich 1,931 Euro pro Liter ein neuer Höchststand verzeichnet. Für die etwa 45.000 Kärntner Haushalte, die mit Heizöl heizen, kommt die Entwicklung zum ungünstigsten Zeitpunkt. Mit Beginn der kühleren Jahreszeit müssen viele ihre Tanks befüllen.
Sechs-Punkte-Forderungskatalog der AK
„Wenn sich die Heizkosten innerhalb eines Jahres um mehrere tausend Euro erhöhen, bringt das viele Menschen finanziell an ihre Grenzen. Es braucht daher rasche Hilfe für jene, die sich diese Kosten nicht mehr leisten können, aber auch langfristige Maßnahmen, damit Haushalte unabhängiger von fossilen Energieträgern und internationalen Preisschocks werden“, erklärt Goach.
Die AK Kärnten fordert konkret:
- Den Heizkostenzuschuss treffsicherer hinsichtlich der verschiedenen Heizsysteme zu gestalten und für einkommensschwache Haushalte aufzustocken
- Unbürokratische Soforthilfen für besonders betroffene Familien, Alleinerziehende und Pensionistinnen und Pensionisten
- Mehr Förderung für den Umstieg auf alternative und energieeffiziente Heizsysteme
- Mehr Transparenz bei der Preisbildung entlang der Produktions- und Lieferkette – vom Rohöl bis zum Endkundenpreis
- Eine „Preise-runter-Garantie“ durch eine strengere Preisaufsicht durch die Bundeswettbewerbsbehörde und eine umgehende Weitergabe von Schwankungen der Rohöl- bzw. Produktionskosten an die Verbraucher
- Eine analog zur sogenannten „Spritpreisbremse“ wirkende „Heizölpreisbremse“, die zu Entlastungen führt
„Kurzfristige Entlastung und eine konsequente Kontrolle des Marktes müssen Hand in Hand gehen. Preisaufschläge müssen nachvollziehbar sein. Es muss klar sein, wie sich der Endkundenpreis zusammensetzt und ob Preiserhöhungen tatsächlich durch höhere Beschaffungskosten gerechtfertigt sind“, betont AK-Wirtschaftsexperte Jürgen Kopeinig.
Wöchentlicher Preisvergleich verfügbar
Wer Heizöl benötigt, sollte mehrere Angebote einholen. Die AK Kärnten stellt dafür eine wöchentlich aktualisierte Übersicht der Preise ausgewählter Heizölhändler aus ganz Kärnten zur Verfügung. Die Preisübersicht ist jeden Mittwoch auf der Website kaernten.arbeiterkammer.at/heizoelbarometer abrufbar.
Da Heizölpreise tagesaktuell schwanken, sollten die konkreten Preise vor der Bestellung direkt beim jeweiligen Anbieter erfragt werden.
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